Rubirk

März, ein Künstlerleben

Der Dichter Alexander März wird eines Morgens christusgleich im Apfelbaum hängend gefunden. Wie fließend die Grenzen von Wahnsinn und Kunst sind, lässt sich am Leidensweg dieses schizophrenen Künstlers ablesen, für den Kunst immer wieder Heilung und Erlösung bedeuten kann. Der beschützende Instinkt seiner Mutter lastet ebenso auf dem hochsensiblen Künstler wie das enttäuschte Auge seines Vaters, dem der Sohn nie etwas recht machen konnte und kann.

Die innere Emigration in den Klinikaufenthalten überwindet der Künstler März nur zeitweise in seiner Liebe zur unberührbaren Hannah, einer Mitpatientin, die wieder und wieder ihrem Verfolgungswahn erliegt. So klar und rein sind die Betrachtungen des Poeten und Patienten März, so sensibel und eigenwillig, dass die Unterschiede zwischen Arzt und Patient verschwimmen und wir uns fragen:

Ist das schon Wahn oder noch Kunst?
Heinar Kipphardts März, ein Künstlerleben wurde 1980 am Düsseldorfer Schauspielhaus in der Regie von Roberto Ciulli uraufgeführt. Der Text basiert auf der wahren Geschichte des schizophrenen Autors Ernst Herbeck, der unter dem Pseudonym Alexander Herbich Gedichte schrieb. Sein Psychiater Dr. Leo Navratil veröffentlicht seine Krankengeschichte nebst den Gedichten.

Der Regisseur und Bühnenbildner Alexander Müller-Elmau ist auch als Dramatiker erfolgreich. Am Düsseldorfer Schauspielhaus wurden seine Dramatisierungen von Kafkas Amerika und Das Schloss uraufgeführt. Zuletzt entwarf er die Bühnenbilder zu Lot Vekemans' Gift. Eine Ehegeschichte und zu Kreise / Visionen von Joël Pommerat.