Inhalt

Rezensionen 11/19

Lachenmann: Das Mädchen mit den Schwefelhölzern in Zürich

Am 1., 10. und 14. November in Opernhaus

Helmut Lachenmann kennzeichnet sein Bühnenwerk nach Texten von Hans Christian Andersen, Gudrun Ensslin und Leonardo da Vinci als «Musik mit Bildern» und lässt damit einen Spielraum, der sich auf unterschiedliche Weise nützen lässt. Ballettdirektor Christian Spuck füllt ihn auf seine Art und bebildert seine «Choreografische Uraufführung» ganz nach den Intentionen des Komponisten. So wie Lachenmann seine Musik immer wieder vor Kälte erstarren lässt, Geräusche gefrieren, Klänge kristallisieren, imaginiert auch er eine erbarmungslose Welt, die einem eisige Schauer über den Rücken jagt. Schwarz ist die Wand, die sich beim Choralvorspiel «O du fröhliche» nach hinten schiebt, von Rufus Didwiszus reliefartig gemustert.

Und so wie Lachenmann die Soprane doppelt, doppelt er das «Mädchen». Emma Antrobus und Michelle Williams verkörpern es, ganz so wie es im Buche steht: gelbhaarig und fröstelnd unterm dünnen Linnen. Wie verloren wirken beide auf der Bühne, deren Wände sich immer wieder verschieben, um nicht zuletzt einer abgehobenen Gesellschaft Platz zu machen.

Die ausführliche Rezension von Hartmut Regitz
finden Sie in tanz 11/19