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Medien-Tipps #1

Video: Baz Luhrmann “The Secret Life of Flowers”

Zuletzt wurde hierzulande Wim Wenders, deutscher Regisseur mit Goldener Palme, verhaltensauffällig, als er einen Video-Clip für Langneses Kino-Eis „Magnum“ inszenierte, u.a. mit Elyas M. Barek. Jetzt hat der noch viel internationalere Australier Baz Luhrmann („Strictly Ballroom“, „Romeo und Julia“, „Moulin Rouge“, „The Great Gatsby“) einen veritablen kleinen Film gedreht für H&M: „The Secret Life of Flowers“. Vor mehr als 10 Jahren machte Luhrmann bereits einen Werbespot für Chanel No. 5 mit Nicole Kidman. Diesmal geht es um eine preiswertere Kollektion, die der kanadische Mode-Designer Erdem Moralioğlu (der auch bei Vivienne Westwood und Diane von Fürstenberg lernte) für das schwedische Textil-Haus H&M entworfen hat und die am 02. November in deren Läden gekommen ist. Darin spielt die britische Aktrice Harriet Walter (bekannt aus Ang Lees „Sense and Sensibility“) eine dominante Grande Dame, die in ihrem Schloss der ewigfrischen Blumenträume eine Gruppe junger Menschen, lauter ausgesucht perfekte Models, zu einem Leben jenseits der kleinbürgerlichen Konventionen – und zu sich selbst ? – verführt. Das Ganze ist eine schöne Scharteke, die jene Grenze zwischen Kunst, Kitsch und Kommerz strapaziert, die Susan Sontag als „camp“ definiert hat. Warhol fürs Internet-Zeitalter gleichsam? Jedenfalls recht hübsch anzuschauen. Mehr als nur „Werbung“. Virales Marketing. Zeitgemäß. 

Michael Merschmeier

↓ Tipp 2

Foto: Mach dir die Welt, wie sie dir gefällt

Verlieren wir unsere wilde kindliche Imagination wenn wir „erwachsen“ werden? Akiko Ida und Pierre Javelle, Fotokünstler in Paris tun es sicher nicht. Ihre Welt heißt Minimiam (miam-miam, französisch für lecker, lecker!), und hier inszenieren sie ihre Dioramen: das Leben von Miniaturmenschen in einer Welt aus überdimensionalen Essenslandschaften. Wir sehen sie in Alltagssituationen, kleine konzentrierte, selbstversunkene Figuren beim Straßenbau im Eclair, Gras mähen auf pelzigen Kiwi-Früchten, Skateboarding in entkernten Avocados, Bergsteigen im Puderzucker auf mokkabraunem Halbgefrorenen oder Bergbauarbeiten in roten Schluchten von Melonen. Angemessenen gekleidet sind sie und ausgerüstet mit allen notwendigen Werkzeugen und Geräten. Oder auch gar nicht, wie die schöne Dame auf einem Stückchen schmelzender Butter im grünen Suppensee.

Die farbenprächtigen Fotografien erinnern in der Mischung von surrealen Situationen, der geometrischen Komposition sowie der gewählten Perspektive und im Inszenieren „des entscheidenden Moments“ an die Arbeiten von Henri Cartier-Bresson. Er ist auch ihr großer Lehrmeister gewesen, sagen Ida und Javelle. Und laden uns ein zum Street Photography Abenteuer auf dem Teller. Man muss also nicht mit zehn seine besten Tage hinter sich haben.

Marina Dafova

www.minimiam.com

↓ Tipp 3

Video: Ulrich Khuon auf Instagram

Ulrich, gen. Uli, Khuon, geboren am 31. Januar 1951, Professor an der Hochschule für Musik in Hannover (mit Staatsexamen in Theologie und Germanistik), derzeit und noch auf länger als Intendant des Deutschen Theaters in Berlin tätig, hat sich seit 1980 erst als Chefdramaturg, dann als Intendant des Theaters in Konstanz, hernach in nämlicher Position am Hannoverschen Staatsschauspiel und am Hamburger Thalia Theater IMMER als höchst ehrenhafter, kompetenter, mit allen Wassern von Dramaturgie und Diplomatie gewaschener Einser-Schüler der deutschen Theater„landschaft“ bewährt. Jeder Satz wohl abgewogen, jeder Gedanke klug und (ast)rein.

Was ist passiert, dass wir ihn, immer noch so (s.o.) redend und wägend, nun in Gesichtsverkleidungen sehen, die – ja, was?! Liegt es am neuen Amte des Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins, das er kurz vor seinem 65., am 24. Jänner 2017, übernahm, in einem Alter, da andere liebend gern in die Rente gehen würden? Gebiert die Amtsmacht irre Mienen und zaubert ungeahnte Humore hervor – obgleich Herr K. weiterhin weidlich ausgewogen wörtelt? Ach!, es ist ein Rätsel. Sehet doch selbst, was da stehet auf dem Instagram-Profil des Deutschen Theaters!

Michael Merschmeier

Der Filmregisseur und selbsternannte Theaterbanause Dietrich Brüggemann hat gerade den Instagram-Account des Deutschen Theaters Berlin übernommen. Von ihm stammt das oben eingebundene Videokunstwerk: https://www.instagram.com/p/Ba4BxbNF7bt/

Am 11. November feiert Brüggemann mit seinem Stück "Vater" in der Box des Deutschen Theaters Premiere.