Inhalt

Medientipp 14. Juni

«Hier kriecht der Leib, seine eigene Wesenheit verlierend, hinein ins Gehäuse aus Glas und Holz, in rasselnde Gelenke, in kantig scharfe, flächig breite Hüllen, die eine seltsame Projektion vertrackter Seelen auf tote Dinge darstellen, die ein eigenes fantastisch-ungeheuerliches Leben bekommen, eine fast ‹abstrakte Organik›.» Schrieb Erich Lüth 1924 nach einer Aufführung mit den Ganzkörpermasken von Lavinia Schulz. Auch wenn sie nicht mehr die einstige Lebendigkeit besitzen, lässt sich an ihren Fotos zumindest ahnen, wie bizarr ihre Bewegtheit gewesen ist. Lavinia Schulz hat ihre Kostümierung aus Abfallprodukten hergestellt, aus Garnrollen, Sieben, Sperrholzplatten oder Verpackungsresten, und bei aufwendiger Verarbeitung durchweg faszinierende Fantasiewesen erstehen lassen. Nicht zufällig hören sie auf so eigenartige Namen wie «Toboggan», «Krippefix», «Skirnir» oder «Springvieh». Gesucht wird einer, der das tote Material wieder zu einem Ereignis macht.

Hartmut Regitz

Alle Maskentänzer finden Sie hier.  

www.mkg-hamburg.de