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Kunst Macht Tanz

Von Arnd Wesemann

Andrea Bauer heißt der Hoffnungsschimmer. Seit einem Jahr ist die in Bayreuth, London und Frankfurt/Main ausgebildete Theaterwissenschaftlerin bei den «Berliner Festspielen» für den Tanz zuständig, als Referentin des Intendanten Thomas Oberender. Durch Andrea Bauer soll es endlich möglich werden, dass pro Jahr acht international große Tanzkompanien in der Hauptstadt auftreten können, ohne ein eigenes finanzielles Risiko eingehen zu müssen, wie zuletzt das Nederlands Dans Theater, und außerhalb des vom HAU präsentierten großen Festivals «Tanz im August». Neben «fünf von uns organisierten und finanzierten Gastspielen» (Oberender) soll es auch drei «große Tour-Stopps» geben. Das sind Kollaborationen etwa mit dem soeben geretteten Tanzfestival «Movimentos» in Wolfsburg.

Dort hat Volkswagen seit 2003 zu Sagen und 2019 den Willen, den schnellsten, je errichteten Theaterbau Deutschlands in nur knapp einem halben Jahr Bauzeit zu errichten. Der «Hafen 1» direkt neben dem markanten Kraftwerk, dem ehemaligen Spielort des größten Tanzfestivals in Deutschlands Norden, soll bereits im Juli fertig sein. «Movimentos» findet entsprechend nicht länger nach Ostern, sondern künftig im Sommer statt, mit Kompanien wie Batsheva, der Sydney Dance Company, mit Eastman und Kidd Pivot. Manche werden auch in Berlin zu sehen sein.

Im Süddeutschen ist man nicht weniger fleißig. Vor allem Stuttgart will sich als Tanzstadt weiter profilieren. Hier geht nicht nur zum dritten Mal das «Colours»-Festival an den Start, ebenfalls im Sommer (27. Juni bis 14. Juli), mit ebenso großen Namen wie Akram Khan, Maguy Marin oder Tero Saarinen. Genau dieselben Organisatoren, die sich um die Agentur Ecotopia versammelt haben, richten hier nun erstmals im April auch eine Tanzmesse aus. «DanceWorld» heißt sie, in Konkurrenz zur etablierten «tanzmesse nrw». Ein Hoffnungsschimmer, denn eine Tanzmesse heißt immer auch: Mit dieser Kunst lässt sich Geld verdienen.