Die souveräne Schauspielerin …
Sie ist erst vor zwei Stunden von einem Gastspiel zurückgekommen, und es war ein großer Abend für Wiebke Puls. Nicht wegen des Erfolgs vor den unbekannten Zuschauern, sondern wegen eines überraschenden Gesprächs mit der begleitenden Kammerspielcrew aus allen Gewerken, das bis spät in die Nacht ging. Und das besonders war, «die Trennlinie zwischen Technik und Kunst hatten wir lange nicht mehr überschritten. Uns fehlte die Muße dazu». Sie ist noch sehr erfüllt davon, denn das war «keine Moser-Runde.
Obwohl es natürlich auch den Abgleich gab: Was hat funktioniert und was nicht an den Münchner Kammerspielen.» Aber dabei blieb es nicht. «Ernsthaft, leidenschaftlich und einander zuhörend» habe man über eine Zukunft gesprochen, «über unser Theater, was es braucht, was wir brauchen und was wir uns wünschen».
Zwanzig Jahre ...
Es ist ein sonniger Sonntagnachmittag, und wir sitzen im edlen Plüschfoyer der «Vier Jahreszeiten», wo das Kännchen Tee 13 Euro kostet und die Kammerspiele in Sichtweite sind. Eine Ausweichspielstätte, das Blaue Haus, die öffentliche Theaterkantine, öffnet erst um 17 Uhr. Wiebke Puls hat die Sandalen von den Füßen gestreift und sitzt entspannt und konzentriert im ...
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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Schauspieler*innen des Jahres, Seite 108
von Barbara Burckhardt
Die voraussehbaren Veränderungen in den ethnischen, politischen und ökonomischen Strukturen der deutschen Gesellschaft führen zu der Frage, in welcher Form Kunst und Kultur diese Ausdifferenzierungen widerspiegeln kann. Wird die deutsche Kultur weiterhin dominiert sein von der weißen ethnischen Mehrheit? Und wird der deutsche Kanon weiterhin überwiegend aus Autoren...
Hier ist es, das Stück zur Debatte um Geschlechtergerechtigkeit, zu #MeToo, zu Ohnmacht und Machtmissbrauch. Und überraschenderweise hat es die Gestalt eines mittelalterlichen Historiendramas. Christoph Nußbaumeders «Margarete Maultasch» ist aber, wie immer bei diesem Autor, viel mehr als nur ein Zeitstück: Es ist Volkstheater und ganz großes Kino, ausladender...
Momentum bezeichnet in der Physik die Bewegung eines Körpers, dessen Schwung nur mit einem größeren Kraftaufwand gestoppt werden kann. Momentum zu haben bedeutet aber auch, ein Zeitfenster richtig einzuschätzen, den geeigneten Augenblick nicht zu verpassen. Als Metapher schließlich bezeichnet Momentum die Dynamik, die sich gerade für oder gegen eine Idee, eine...
