Die souveräne Schauspielerin …
Sie ist erst vor zwei Stunden von einem Gastspiel zurückgekommen, und es war ein großer Abend für Wiebke Puls. Nicht wegen des Erfolgs vor den unbekannten Zuschauern, sondern wegen eines überraschenden Gesprächs mit der begleitenden Kammerspielcrew aus allen Gewerken, das bis spät in die Nacht ging. Und das besonders war, «die Trennlinie zwischen Technik und Kunst hatten wir lange nicht mehr überschritten. Uns fehlte die Muße dazu». Sie ist noch sehr erfüllt davon, denn das war «keine Moser-Runde.
Obwohl es natürlich auch den Abgleich gab: Was hat funktioniert und was nicht an den Münchner Kammerspielen.» Aber dabei blieb es nicht. «Ernsthaft, leidenschaftlich und einander zuhörend» habe man über eine Zukunft gesprochen, «über unser Theater, was es braucht, was wir brauchen und was wir uns wünschen».
Zwanzig Jahre ...
Es ist ein sonniger Sonntagnachmittag, und wir sitzen im edlen Plüschfoyer der «Vier Jahreszeiten», wo das Kännchen Tee 13 Euro kostet und die Kammerspiele in Sichtweite sind. Eine Ausweichspielstätte, das Blaue Haus, die öffentliche Theaterkantine, öffnet erst um 17 Uhr. Wiebke Puls hat die Sandalen von den Füßen gestreift und sitzt entspannt und konzentriert im ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Schauspieler*innen des Jahres, Seite 108
von Barbara Burckhardt
Ihrer Zeit voraus waren die Radikal-Theater-Avantgardisten Vegard Vinge und Ida Müller ja schon immer. Aber dass sie selbst konkrete erdrutschartige (National-)Katastrophen antizipieren, darf durchaus als kleines Novum gelten: Wer Ende Mai beim internationalen Musik- und Theaterfestival im norwegischen Bergen die jüngste Vinge-Müller-Produktion «Panini-BoysRoom»...
Victory Condition» beginnt mit einem freundlichen «Hallo». Ein Mann spricht mich an, erzählt, was er weiß über mich, über mein Leben mit geliebten Menschen, über Glücksmomente und plötzlich einbrechenden Schrecken, über meine Ängste und mein Vertrauen. Der Mann kennt mich, denn er ist wie ich.
Nein, er spricht nicht mit mir. Der Mann ist ein Sniper und liegt...
Heinar ist einer, der sich der Konzentration auf das Wesentliche verschrieben hat. Zunehmend hat er das Sprechen eingestellt, um nur noch das zu tun, was er für existenziell hält: das Bauen. Seine Hingabe konzentriert sich vorerst noch auf das Errichten eines Eigenheims. Den Rückzug aus der Stadt will er ganz alleine schaffen – lediglich zwei Schwarzarbeiter gehen...
