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Medientipp 16. November

«Suspiria»

Angesiedelt im Jahr 1977, als Dario Argentos Horrorklassiker ins Kino kam, spielt das gleichnamige Remake von Luca Guadagnino im geteilten Berlin. Diesmal steht die Ballettschule nicht im Wald, sondern an der Berliner Mauer. Der Horror wird nicht weniger. Adams messerscharfe Rippe kommt in der Tanzschule immer dann zum Einsatz, wenn eines der Mädchen aus der Reihe tanzt. Susie aus Ohio (Dakota Johnson) wird wie im Original die Lieblingsschülerin von Madame Blanc (Tilda Swinton) und fühlt sich sehr wohl, trotz des ominösen Verschwindens von Schülerinnen.

Den Hintergrund liefert der Deutsche Herbst: die Entführung von Arbeitgeber-Präsident Hanns Martin Schleyer durch die Rote Armee Fraktion, der auch Ulrike Meinhof angehörte, das Hijacking der «Landshut», die Todesnacht von Stammheim, bei der sich führende Linksterroristen in der Strafanstalt das Leben nahmen. Der Film nutzt unzählige Fäden, Anspielungen und Mutmaßungen, um mit tiefen Seufzern und großem Atem nach 150 Minuten zu einem Finale zu finden, das nur wirklich starke Tänzerinnen erreichen.

Arnd Wesemann