Inhalt

Medientipp 15. Februar

The Mule

«The Mule» von Clint Eastwood ist kein Meisterwerk wie «Gran Torino». Aber doch ein sehr guter, ein auch höchst unterhaltsamer Film – mit einem faltig-lebendigen Gesicht, das einen über zwei Stunden immer in Bann schlägt und eine überraschende Geschichte aus einem langen Leben erzählt.

Eastwood spielt einen Neunzigjährigen, der auf seine alten Tage, nachdem er seine Familie vernachlässigt, verlassen und längst verloren hat, aus Neugier, aber auch aus Geldmangel zum Drogentransporteur wird. Eigentlich eine etwas harmlose, nur banal gefährliche Geschichte, dramaturgisch nicht wirklich durchkomponiert. Doch wie Eastwood diesen Mann zeigt, der sich in den Untergrund des mexikanischen Drogenkartells verliert, ist sensationell.

Die asketische Kraft seiner Darstellung korrespondiert der Lebenssehnsucht seiner Figur. Wer etwas erfahren will über nahenden Tod (eine Erfahrung, die uns allen früher oder später bevorsteht), der muss diesen Film anschauen, der vom unbeirrtesten Weitermachen berichtet: humorvoll, tragikomisch, raffiniert. Und eben doch auch vom Ende des Lebens.

Michael Merschmeier