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Medientipp 4. Januar

«Gray»

Ondřej Krejč kennen manche als Ensemble-Mitglied der Kompanie Neuer Tanz, etwa aus VA Wölfls «von mit nach t: No 2» (2016). Weit mehr Aufmerksamkeit erfährt der Tscheche derzeit durch sein Filmwerk «Gray» – ein getanzter Drogenexzess dank einer wahnsinnig gewordenen Video-Postproduktion. Ein in sich gefangener Tänzer, sein Düsseldorfer Kollege Robin Rohrmann, hängt kopfunter aufgehängt auf der Bühne, deliriert in der Dusche, begräbt einen Erschlagenen und tanzt das Opfer schizophrener Schübe. Die Hauptrolle spielen der extrem souveräne Umgang mit der digitalen Trickkiste und rasante Fahrten mit gleich vier Kameras, die ein psychomotorisches Delirium erzeugen im spannungsgeladenen Elektrosound des Komponisten Philip Reiner Ovenberg, seines Landmanns, der zuvor mit Ondřej Krejčs bei der EKS Dance Company in Prag Furore machte.