Der Fachidiot
Ein weißes, «sexuell provokatives» Zahngerät zwischen die Lippen geklemmt, schleicht eine Gestalt in weitem Hemd und Faltenrock, unter dem Arm eine Ente in goldenem Käfig, aus der gestreift tapezierten Szenerie. Frage: «Was gibt Worten die Magie?» Antwort: «Ich, ich, ich.» Wer spricht? Willem Dafoe als Idiot Savant in Richard Foremans gleichnamigem neuen Stück, mit dem sein Ontological-Hysteric Theater in Joseph Papps legendärem Public Theater gastiert.
Die Haare knapp über der Stirn zum Zopf gebunden, ist Dafoe, der gerade in von Triers «Antichrist» das Kinopublikum zum Schaudern brachte, kaum zu erkennen.
Auch hier regiert das Chaos, aber eines der absurd-komischen Art. Mit geradezu akrobatischer Körperkontrolle spielt Dafoe einen Fachidioten, eine selbstverliebte Kunstfigur in Foremans zeitloser Fantasiewelt, wo Zahlen und nummerierte Wörter Regeln zu entschlüsseln versprechen und buchstäblich nichts erklären. Lichteffekte wechseln unerwartet. Türen verbergen scheinbar wichtige Gegenstände, deren Bedeutung sich nie klärt. Schauspieler kriechen plötzlich aus Wandluken und treten wie selbstverständlich dem präzise konstruierten Wirrwarr bei. Immer wieder läuft ein Chor mit rotem ...
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Aimée hat was im Kopf, und das ist leider nicht nur die übliche Gehirnmasse. Mitten im Gewebe sitzt ein Knochen, um den sich ein fieser kleiner Tumor rankt. Deshalb hat sie auch immer mal wieder epileptische Anfälle mit Visionen eines Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg. Und deshalb stirbt sie, bevor ihre Tochter Loup erwachsen werden kann. Die muss nun als...
I.
Regisseur zum Schauspieler Fang bitte mal an.
Schauspieler spricht einen halben Satz
Regisseur unterbricht ihn Ne, ne, ne. Du musst da ein Komma denken, immer auf Komma denken, Komma denken, du sprichst da nen Punkt, da steht aber kein Punkt, da steht ein Komma, das ist falsch, da auf Punkt zu spielen, da steht n Komma!
Schauspieler spricht weiter
Regisseur...
Martin Kusejs Wiener Inszenierung von Karl Schönherrs «Weibsteufel» war eine der erfolgreichsten Produktionen der Saison 2008/09. Die Aufführung wurde zum Theatertreffen eingeladen, das Ensemble wurde mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet, Hauptdarstellerin Birgit Minichmayr in der Theater-heute-Umfrage zur «Schauspielerin des Jahres» gewählt.
Auch beim Publikum war...
