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Legende zu Lebzeiten

Am 30. Dezember feiert der Choreograf William Forsythe seinen 70. Geburtstag

In New York tanzte William Forsythe in der elterlichen Wohnung nach, was er in Fred-Astaire-Filmen gesehen hatte. Mit 14 choreografierte er sein erstes Musical in einer Kirche. Er studierte Tanz an der Jacksonville University in Florida.

Nach zwei Jahren beim Joffrey Ballet holte ihn John Cranko 1973 als Tänzer zum Stuttgarter Ballett und traf damit ungewollt eine Lebensentscheidung für Forsythe: die Karriere in Deutschland. In Stuttgart avancierte Forsythe zum aufmüpfigsten Part der dort heranreifenden Choreografen-Trias, zu der John Neumeier und Jiří Kylián gehörten.

Zum ersten Markstein in seiner Karriere gereichte die Uraufführung von Hans Werner Henzes «Orpheus» 1979 mit dem Stuttgarter Ballett. Forsythes Tanzversion des John-Ford-Inzestdramas «‘Tis Pity She’s A Whore» (1980) für Hans Werner Henzes Festival in Montepulciano entfachte beim Stuttgart-Gastspiel einen handfesten Publikumsskandal mit Zuschauerrufen wie «Hör auf, du Schwein!».

Aber der neue Stil, er lockte mit der Zeit auch ein neues Publikum an, junge hippe Leute, die sich kein Abo, sondern lieber spontan eine Eintrittskarte an der Abendkasse kauften. Bis irgendwann alle Premieren schon vorher ausverkauft waren. Denn den neuen Forsythe, den musste man ja unbedingt sehen. Seine erste Choreografie für das Pariser Opernballett beziehungsweise für dessen Ausnahme-Ballerina Sylvie Guillem markierte 1987 endgültig den internationalen Durchbruch.  

Das ausführliche Porträt von Eva-Elisabeth Fischer
lesen Sie in tanz 12/19