Ist das «peinlich», wenn man Leitungspositionen mehrheitlich an Frauen vergibt? Oder nur «Marketing»? Muss man eine Schauspieldirektorin oder einen Intendanten verklagen, die ankündigen, ein Theaterjahr lang nur mit Regisseurinnen zu arbeiten? Sind Frauenquoten etwas «unwürdiges»? Oder Frauen in Leitungsfunktion weniger wert, weil sie «unter» einem Generalintendanten arbeiten (verqueres Bild …)?
All diesen Fragen liegen Kommentare und Aussagen zugrunde, die in einer intensiv und emotional auf der Website «Nachtkritik» geführten Diskussion geäußert wurden, weil wir freie Leitungspositionen am Staatstheater Karlsruhe konsequent mit Frauen nachbesetzten. Und weil die neue Schauspieldirektorin Anna Bergmann, ihr Team und ich uns entschlossen, ein Theaterjahr lang zu zeigen, dass es viele interessante Regie-Frauen gibt, so viele, dass man eine ganze Spielzeit mit ihnen bestreiten kann (wie wir inzwischen wissen, gibt es noch viel mehr – wie schön und ein Glück!).