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Spielwütig

Der Schauspieler Rainer Galke mag keine halben Sachen

Von Wolfgang Kralicek

Der Regisseur Dusan David Parizek hat dem Schauspieler Rainer Galke einmal ein Kompliment gemacht, das in den meisten anderen Berufen eine schwere Beleidigung wäre: «Rainer ist gar kein Schauspieler». Natürlich ist Galke ein Schauspieler, ein außergewöhnlich guter sogar. Trotzdem sind ihm Eitelkeit oder Allüren fremd, und auch als Protagonist bleibt Galke ein Teamplayer. So gesehen, ist er vielleicht kein typischer Schauspieler. Aber Parizek hat wahrscheinlich etwas anderes gemeint. Dem ebenfalls am Wiener Volkstheater engagierten Lukas Holzhausen fällt dazu folgendes ein: «Es gibt Kollegen, die kommen als Schauspieler auf die Probe, und man muss erst einmal versuchen, den Menschen dahinter frei zu graben. Rainer kommt nicht als Schauspieler auf eine Probe. Er kommt immer als Rainer.»

Mit Holzhausen stand Galke erstmals im Herbst 2015 auf der Bühne, in Parizeks Thomas-Bernhard-Inszenierung «Alte Meister». Der Roman, im Untertitel als «Komödie» ausgewiesen, handelt von einem «Musikphilosophen» namens Reger, der jeden zweiten Tag das Kunsthistorische Museum in Wien aufsucht, um sich in ein Tintoretto-Gemälde zu vertiefen – und kulturkritische Reden zu schwingen. Der eigentliche Adressat dieser Monologe, der Erzähler Atzbacher, kommt in Parizeks Fassung nicht vor, neben Reger (Holzhausen) ist nur der Museumswärter Irrsigler (Galke) auf der Bühne. Dass von der Bernhard-typischen Rollenverteilung – einer redet, der andere hört schweigend zu – hier keine Rede sein kann, liegt auch an der Inszenierung, die Reger und Irrsigler als zwei im Lauf der Jahrzehnte zu einem einzigen, doppelköpfigen Wesen zusammengewachsene Figuren zeigt.

Dass der tumbe Irrsigler neben dem Vielredner Reger so gut bestehen kann, ist aber vor allem Galke zuzuschreiben. Irrsigler bewundert Reger, ist zu dessen persönlichem Adjutanten und Sprachrohr geworden; was er sagt, hat er von Reger gelernt, man weiß also oft gar nicht, wer da jetzt gerade spricht. Die beiden kommen einander auch körperlich nahe: Wenn Reger mit einer Schere Amok zu laufen droht, klammert Irrsigler sich an ihn, und zwischen Galke und Holzhausen entwickelt sich ein ebenso grotesker wie anmutiger Ringkampf, das ist dann fast schon Tanztheater. Und nicht nur am Ende, wenn Reger in Stöckelschuhen seiner verstorbenen Frau nachtrauert, entsteht zwischen den Schauspielern eine große Zärtlichkeit. «Alte Meister», das ist hier auch eine Liebesgeschichte. 

Die ästhetische Neupositionierung, die Anna Badora dem Volkstheater verordnet hat, war und ist für das Stammpublikum eine Herausforderung. Rainer Galke aber ist hier sofort angekommen. Debütiert hat er in Wien als Torvald Helmer in Parizeks Ibsen-Jelinek-Verschnitt «Nora3», einer Übernahme aus dem Düsseldorfer Schauspielhaus, wo Galke davor engagiert gewesen war. Stefanie Reinsperger, die die Nora spielte, erinnert sich noch, wie sie beim Schlussapplaus der Wien-Premiere hinter der Bühne mit ihrem Kollegen mitfieberte: «Rainer hat sich als Vorletzter verbeugt, und als ich dann den Applaus gehört habe, dachte ich: Okay, sie lieben ihn.» Danach kam der Irrsigler in «Alte Meister», und Galke wurde gleich für seine erste Wiener Rolle mit dem – von einer Kritikerjury vergebenen – Nestroy-Preis für den besten Schauspieler der Saison 2015/16 ausgezeichnet. Dabei wollte er zuerst gar nicht nach Wien. Als Anna Badora ihn fragte, hielt er das für vollkommen ausgeschlossen. Das ältere Kind war gerade eingeschult worden, und überhaupt: so weit weg? Dazu muss man wissen: Der 46-jährige Galke stammt aus Krefeld – weshalb er unglückseligerweise auch Anhänger des zeitweise bis in die 6. Liga abgestürzten KFC Uerdingen ist – und hatte fast seine gesamte bisherige Karriere in S-Bahn-Distanz zu seiner Heimatstadt verbracht. Auf das Schauspielstudium in Essen folgten Engagements in Moers, Dortmund und Düsseldorf; die einzige außerhalb von NRW gelegene Station war Freiburg. Aber dann reiste Galke mit seiner Familie für ein paar Tage nach Wien, und nach dem Städtetrip war die Entscheidung gefallen. «Wir haben nicht einmal darüber nachgedacht, wann wir wieder zurückgehen.»

Erste Theatererfahrungen machte Rainer Galke am Gymnasium, und zwar aus klassischen Beweggründen: Er hatte sich in ein Mädchen verschaut, das ein Jahr älter war, die Mitarbeit in der Theater AG war deshalb die einzige Chance, an sie ranzukommen. Galke bewarb sich als Bühnentechniker, wurde nach einer Leseprobe aber gefragt, ob er nicht mitspielen wolle. Günstigerweise enthielt seine Rolle eine Kussszene mit besagtem Mädchen – und Galkes Plan ging auf. Die beiden waren dann vier Jahre lang zusammen, mit seiner Theaterbegeisterung aber war es erst einmal vorbei: Nach dem Abitur studierte er zuerst Astrophysik in Bonn («Ich fand das interessant, und außerdem haben meine Freunde das auch alle studiert»). Neben dem Studium jobbte er als Statist am Theater, für ein Laienprojekt musste er dort einmal alle Hamlet-Monologe lernen – «und da dachte ich mir: Wenn du das schon kannst, gehst du einfach mal zur Schauspielschule und sprichst da vor.» Frechheit siegt: Galke trat mit «Sein oder Nichtsein» an und wurde aufgenommen. «Mein Professor hat mir beim Abschluss noch einmal gesagt: ‹Das war eine solche Unverschämtheit von dir! Aber man hat gesehen, dass du den Text denken kannst, und das hat uns überzeugt.›»

Nach dem Studium bewarb sich Galke an praktisch allen deutschsprachigen Bühnen. «Ich hab mir das Bühnenjahrbuch hergenommen und 200 Bewerbungen rausgehauen.» Immerhin 24 Theater haben zurückgeschrieben, das winzige Schlosstheater Moers ist es geworden. «Die haben gesagt, wir sind kein großes Theater, aber du wirst hier alles spielen, du bist unser junger Mann. Das war genau das, was ich wollte, ich konnte mich da richtig ausprobieren.» Nach zwei Spielzeiten wechselte Galke nach Dortmund, wo soeben Michael Gruner seine Intendanz angetreten hatte. Auch August Diehl war im Ensemble, doch der hatte gerade seinen Kinodurchbruch mit «23» und war bald wieder weg. «Aber es war nett mit ihm.» Galke war dabei, als Burkhard C. Kosminski die deutschsprachige Erstaufführung von Thomas Vinterbergs «Fest» inszenierte – «das kam leider total unter die Räder, weil einen Tag später Thalheimer in Dresden damit seinen ersten Riesenerfolg hatte». Auch Thomas Krupa lernte Galke in Dortmund kennen, und als der Regisseur dann Oberspielleiter bei Amélie Niermeyer in Freiburg wurde, ging er mit. «Freiburg war toll, das Theater ist direkt gegenüber von der Uni, da kriegt man wirklich viel junges Publikum.» 

Mit Niermeyer wechselte Galke 2006 nach Düsseldorf, wo er in einer der letzten Inszenierungen von Jürgen Gosch mitspielte, «Was ihr wollt». Goschs «Macbeth» hatte er so toll gefunden, dass er die Vorstellung mehrmals besuchte; die weltweit gefeierte Inszenierung lief in Düsseldorf allerdings an manchen Abenden vor nur 120 Zuschauern. «Teilweise war das auch Skandaltourismus, da sind viele Leute wirklich nur gekommen, um den Moment abzuwarten, wo sich alle Schauspieler ausziehen – und danach sind sie reihenweise rausgelaufen.» Als er dann selbst mit Gosch arbeitete, war das ein prägendes Erlebnis. «Es war schön zu sehen, dass der gar kein großes Geheimnis hat, sondern einfach eine große Liebe zum Theater, eine große Liebe zu seinen Schauspielern – so unerbittlich er auch sein konnte – und eine große Portion schlechten Geschmack.» Heißt das, dass guter Geschmack dem Theater nicht dienlich ist? «Nein, das heißt nur, dass erst mal nichts verboten sein darf. Und dass im Endeffekt auch nichts umsonst ist. Alles, was man ausprobiert, wirkt sich irgendwie aus.»

Auf Niermeyer folgte Staffan Valdemar Holm, der mit Galke in der Hauptrolle «Richard III.» inszenierte. «Die schlabberig ausgeleierte Oberbekleidung des Rainer Galke sagt einiges über das Wesen seines Richard: ein aufdringlich wonniger, kumpelig schmieriger Animateur, Applausschinder und Ranschmeißer», schrieb Andreas Wilink. «Das Geschäft des politischen Verbrechens betreibt er als Scharlatanerie.» Nach nur 15 glücklosen Monaten trat Holm zurück, es folgten noch schwierigere Interimsjahre, auch gute Aufführungen liefen zum Teil vor nur 70 Leuten. Zu den Lichtblicken in diesen dunklen Düsseldorfer Jahren gehörten für Galke zwei Arbeiten mit Dusan David Parizek: «Der zerbrochne Krug», in dem er den Schreiber Licht spielte, und «Nora3». Im «Zerbrochnen Krug» gab es eine kleine Szene, die bei den anderen Schauspielern «Rainer Galke stellt einen Aschenbecher auf die Bühne» hieß. «Das war Rainers Moment», erinnert sich Stefanie Reinsperger, damals die Darstellerin der Eve. «Er nimmt so etwas ganz ernst, nimmt sich Zeit und packt da all seine Liebe rein.»

Als Torvald Helmer zeigte der von Natur aus freundliche Galke dann, dass er auch anders kann: Am Ende des Ibsen-Teils von «Nora3» geht es zwischen Galke/Torvald und Reinsperger/Nora ans Eingemachte. Erst wird er auf eine Weise zudringlich, die man als ehelichen Vergewaltigungsversuch bezeichnen kann. Dann, nachdem er den Erpresserbrief gelesen hat, verliert er vollkommen die Fassung, und als Nora daraufhin in hysterisch-höhnisches Gelächter ausbricht, kniet er sich über seine Frau und würgt sie so lange, dass es an Mordversuch grenzt. «Als seine Eltern in der Vorstellung waren, haben sie sich danach bei mir entschuldigt: Wir haben ihn nicht so erzogen!», erzählt Nora-Darstellerin Stefanie Reinsperger. Die gut 15 Minuten lange Szene hätten sie übrigens kaum geprobt, weil Regisseur Parizek meinte: Die Szene gehört euch, verhandelt das miteinander, hört euch zu. «Das war der schönste freie Fall, den man sich auf der Bühne wünschen kann», sagt Reinsperger. «So was geht aber nur mit einem wie Rainer.»

Spätestens seit dieser Arbeit ist Reinsperger, die vom Volkstheater inzwischen ans Berliner Ensemble wechselte, großer Galke-Fan. «Bei Rainer gibt’s kein ‹Ich spiel das jetzt runter›, er ist jedes Mal aufgeregt, vor jeder Vorstellung. Und es entstehen bei ihm auch immer wieder neue Sachen, weil er sich jedes Mal hundertprozentig auf die Situation einlässt. Was für die Kollegen ein Geschenk ist!» Lukas Holzhausen kann das nur bestätigen: «Er ist einerseits sehr präzise, hat andererseits aber keine Angst, wenn sich eine Szene einmal ein bissl anders entwickelt. Man spürt bei ihm auch ganz viele Unsicherheiten – und er stellt sie zur Verfügung. Das braucht Mut.» 

In Galkes Filmografie finden sich unter anderem ein paar «Tatort»-Szenen und drei prägnante Auftritte in Sönke-Wortmann-Komödien, etwa als Schulwart in «Frau Müller muss weg!», aber für das Drehen hat er kaum Zeit. «Meine Agentur sagt immer: Du musst weg vom Theater, sonst können wir dich nicht vermitteln. Ich will das aber nicht.» Der spielwütige Rainer Galke hat in zweieinhalb Spielzeiten am Volkstheater schon elf Rollen gespielt. In Parizeks Romanadaption «Das Narrenschiff» war er ein Nazi-Publizist, dem der Rassismus aus allen Poren dampfte; in Philipp Preuss’ «Kasimir und Karoline» saß er als zum depressiven Arbeitslosendenkmal erstarrter Kasimir an der Rampe; in der Molière-Komödie «Der Menschenfeind» hatte er in der Nebenrolle des Möchtegerndichters Oronte einen großen Auftritt. Sein grauenhaftes Sonett wird vom misanthropischen Alceste gnadenlos verrissen. Die Szene ist vor allem deshalb so komisch, weil Galke den Oronte nicht einfach als lächerliche Figur bloßstellt. Er stattet den Mann mit dem schüchternen Enthusiasmus eines Halbwüchsigen aus, der von seinem Talent zutiefst überzeugt ist – und von der Kritik dann umso tiefer verletzt wird. Zu sehen ist das Drama des unbegabten Kindes, fast hat man beim Lachen ein schlechtes Gewissen. 

Der vom jungen Regisseur Felix Hafner inszenierte «Menschenfeind» ist eine stark formalisierte, sehr sauber gebaute Aufführung. Galke ist sie allerdings etwas zu harmlos geraten. «Mir kommt der Menschenfeind, dieser Wahrheits-Nazi, zu gut weg. Dass die Leute aus dem Stück gehen und sich sagen: ‹Ja, der hat schon recht!›, das passt mir nicht so ganz.» Wenn Galke eine Inszenierung kritisiert, in der er selbst so glänzt, zeigt das einmal mehr, dass er ein Schauspieler ist, dem es wirklich um die Sache geht. Er findet auch, dass Badora das Profil des Volkstheaters eher noch schärfen sollte. «Wir müssen mit den Regietheaterarbeiten noch genauer werden», sagt er. «Die Alternativen, die wir da anbieten, müssen noch verführerischer sein.»

Im Verlauf des Gesprächs kommt irgendwann die Frage auf, was Galke an Regisseuren nicht leiden kann. Seine Antwort verrät auch viel von seinem eigenen Berufsverständnis. Er mag es nicht, sagt er, wenn sich’s ein Regisseur zu leicht macht. «Manchmal fehlt mir da die tiefste Entschlossenheit, mit dem Stück, das man gerade inszeniert, die beste Arbeit seines Lebens zu machen.» Galke mag keine halben Sachen, er gibt immer alles, ist auch ein sehr körperlicher Spieler. Damit, dass der Körper das «Instrument» eines Schauspielers sein soll, kann er aber nicht so viel anfangen. «Für mich ist das Gefühl für den Körper eher was Instinktives. Aber klar, ich habe ein bisschen mehr Masse als andere, da muss ich natürlich schon gucken: Wie setzt du den Köper jetzt ein? Und ich lege viel Wert auf die Schuhe, die ich bekomme, da führe ich mit den Kostümbildnern oft lange Diskussionen. Ich brauche Bodenkontakt.» 

Am Beginn der vergangenen Spielzeit, bei den Proben für das Jelinek-Stück «Rechnitz», hatte Galke einen Bandscheibenvorfall, er musste aus der Produktion aussteigen. «Die Ärzte haben gesagt: Nimm zehn Kilo ab, dann hast du keine Rückenprobleme mehr. Anna Badora hat gesagt: Nimm jetzt bloß nicht zu viel ab! Das war Spaß, aber natürlich hat man auch Typen im Ensemble, und der Dicke soll dann gefälligst auch dick bleiben.» Wobei aus dem netten Bären, den Galke äußerlich darstellt, kann schnell ein scharfer Grizzly werden.

Sein Spielstil hat etwas Performatives, man sieht oft weniger eine psychologisch-realistisch gestaltete Figur als einen Schauspieler, der sich an einem Text abarbeitet. Der Vorgang, wie Sprache auf der Bühne zu einer Realität wird, ist bei Galke gut zu beobachten. «Mir ist Textverständnis nicht in die Wiege gelegt, ich muss mir einen Text sehr genau ansehen und sehr viel daran arbeiten, um einen Zugang zu der Figur zu finden», sagt er. «Und wenn ich weiß, was ich tue, gehe ich davon aus, dass sich das irgendwie auf das Publikum übertragen kann.»     

Eine Art Galke-Crashkurs ist Martin McDonaghs «Hangmen» in der Studiobühne Volx/Margareten. Das Stück, eine tiefschwarze Komödie, spielt in den Sixties in einem nordenglischen Pub, das vom letzten englischen Henker geführt wird. Am Tag, an dem die Todesstrafe abgeschafft wird, taucht ein Fremder namens Mooney auf und bringt durch kleine Provokationen Unruhe in die dumpfe Pubgemeinschaft. Irgendwann steht Mooney dann unter dem Verdacht, ein gesuchter Mädchenmörder zu sein und die Tochter des Wirten entführt zu haben – was ihn am Ende das Leben kostet. Man weiß dann aber noch immer nicht, ob der Mann tatsächlich ein gefährlicher Psychopath oder nur ein harmloser Spinner war. 

Den Mooney spielt natürlich Galke. Schon sein erster Auftritt ist große Klasse: Er betritt forsch den Pub – und hält dann kurz inne, als ob er was vergessen oder es sich doch anders überlegt hätte. Diese kleine Irritation stimmt uns schon einmal darauf ein, dass man sich bei diesem Mann nie sicher sein kann. Man sympathisiert mit ihm, wenn er die bornierten Provinztrinker reizt; man erschrickt, wenn er aus nichtigem Anlass austickt; man hält den Atem an, wenn es den Anschein hat, als würde er die schüchterne Tochter des Wirten verführen – und immer wieder rätselt man, was mit diesem Typen eigentlich los ist. Die Frage, ob Mooney schuldig ist oder nicht, wurde auf den Proben bewusst nicht besprochen. «Wir wollten uns da nicht festlegen», sagt Galke. Ganz sicher ist nur eines: Dieser Mooney hat großen Spaß am Spiel mit seinen Mitmenschen. «Das Spielerische ist für mich das Wichtigste. Dadurch ergibt sich für mich eine Leichtigkeit, ein Spaß und eine Lust, sich selber auf der Bühne immer wieder zu überraschen. Und natürlich die Kollegen.»

Nach der Pause sitzt Galke während des Einlasses schon auf der Bühne und verzehrt hingebungsvoll eine Portion Pommes frites. Als ein vorwitziger Besucher sich im Vorbeigehen eine Pommes klaut, raunt Galke ihm etwas zu. Nach der Vorstellung darauf angesprochen, ist dem Dieb die Sache sichtlich etwas peinlich. Was Galke ihm denn zugeflüstert habe? «Er hat gesagt: ‹Das hab ich schon im Mund gehabt.›»