Das Schicksal der Ideen

In Weimar und Leipzig werden zwei Schwergewichte des ideologietauglichen Großen und Ganzen ausgegraben: Sartres «Schmutzige Hände» und Thomas Manns «Der Zauberberg»

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Die Revolution hat tolle Beine und sieht auch sonst sehr gut aus: ein knappes Schwarzes mit passenden High Heels zur perfekten Erscheinung. Zwar kann Xenia Noetzelmann nichts für ihr Äußeres, aber wenn sich die kommunistischen Kader im illyrischen Untergrund wie Models für eine schicke Vernissage präsentieren, wird das Private zwangsläufig po­litisch.

Vor allem in einem Stück wie Sartres «Schmutzige Hände», das ein aufwändig verschachteltes Handlungs-Kartenhaus inklusive Rahmenrückblende nur deshalb konstruiert, um es punktgenau über Menschen einstürzen zu lassen, die das Politische und das Private peinlich genau auseinanderhalten wollen. Was ihnen natürlich nicht gelingt.

Parteigenosse Hoederer beispielsweise gehört entschieden zum Realo-Flügel der Revolution und will aus taktischen Gründen mit seinen politischen Gegnern koalieren, was ihm schon ein paar Attentatsversuche eingetragen hat. Sein jähes Ende findet er aber erst, als er sich an die Frau seines Privatsekretärs Hugo heranmacht, was dieser mit einer Pistolenkugel quittiert. Dabei hätte ihn Hugo schon seit Wochen über den Haufen knallen sollen, weil er eigentlich ein vom rivalisierenden Mitrevolutionär Louis entsandter ...

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Theater heute Januar 2011
Rubrik: Aufführungen, Seite 29
von Franz Wille

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