Yes, they can
Gleich nach einer kurzen Diashow zur Einstimmung teilen sich Gesine Hohmann und Stephan Stock die Bühne gerecht auf. Auf der linken Seite arbeitet sich der Berner Schauspielschüler mit geradem Rücken, irritierend wohlgesetztem Lächeln und ein paar multifunktionalen Holzlatten durch den stoischen Optimismus von Halldor Laxness’ «Sein eigener Herr»: die Geschichte eines grundgutmütigen Bauern, der mit Fleiß, Bescheidenheit und sensationell einfältigen Gedichten ein sinnerfülltes, selbstbestimmtes Leben führen will und sich aus vollem Herzen der Schafzucht widmet.
Rechts wuchtet sich Gesine Hohmann einsatzfreudig und ebenfalls holzlattenbewehrt in Tristan Egolfs «Monument für John Kaltenbrunner», einen mindestens ebenso grundanständigen Hühnerzüchter, der nach dem Tod der Eltern in der Kleintierhaltung eine arbeitsame Existenzgründung sucht.
Der erzrustikale Bjartur und der nicht minder solide John haben aber noch mehr gemeinsam: Trotz unermüdlicher Redlichkeit bringt sie das Leben böse zu Fall. Im einen Fall sind der nordische Winter und der Spulwurm tückisch am Werk, im anderen eher die sektiererischen Patrioten des Mittleren Westens, aber im Grunde egal: Je mehr sie sich regen, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Welch eine Verheißung: «Sie müssen das, was Sie lieben, nicht mehr selber machen. Hier geht es» – denn was ist Gefühlsproduktion schließlich anderes als harte Wertschöpfungsmaloche – «um Arbeitserleichterung!» An die Formulierung derart revolutionärer Utopien hat sich das Theater mindestens seit Brecht nicht mehr gewagt!
Im Ernst: René Polleschs «interpassive»...
Im Gefolge der Nobelpreisverleihung an die rumäniendeutsche Autorin Herta Müller wurde auch über die Kopfgelder berichtet, mit denen die Bundesregierung über Jahrzehnte dem rumänischen Staat Bürger abkaufte – und half, die Ceaucescu-Diktatur aufrecht zu erhalten. Die rumänische Theatermacherin Gianina Cãrbunariu interviewt nun Siebenbürger Sachsen und Banater...
Wenn man im Charterbus durch Oberhausen kutschiert wird, sieht es auf den ersten Blick gar nicht so übel aus. Das hell erleuchtete «Centro» (ob «Tschentro» oder «Kentro», darüber streiten die Einheimischen noch) soll die größte Shoppingmall Europas sein, und gleich daneben lockt das «Metronomtheater» mit dem Erfolgsmusical «Wicked». Einst stand hier die mächtige...
