Das Melodram

Corinna Kirchhoff belebt ein ausgestorbenes Genre neu

Wenn irgendwo Stummfilme, womöglich mit Live-Musik, gezeigt werden, ist zumeist für ein ausverkauftes Haus gesorgt. Dabei hat der Tonfilm diese Spezies schon längst abgelöst. In der cineastischen Vorstufe lässt sich indes über die besondere Ästhetik hinaus erkennen, aus welchen Konstellationen sich der Nachfolger entwickelt hat und wie eng seine Charakteristik mit jener Ahnenversion verbunden ist.


 

Dem Melodram, ein Nebenfach des Theaters und mehr oder weniger auch ein Vorläufer des großen Unterhaltungskinos, ist es ähnlich ergangen, nur wird es, anders als der Stummfilm, heute kaum noch aufgeführt. Dabei war dieser hochdramatische Sprechgesang im 19. Jahrhundert ungemein populär, wenngleich in Deutschland nicht so stark wie etwa in Frankreich, England oder den USA, wo Sarah Bernhardt oder Charles Kean damit glänzten. Nun versucht Corinna Kirchhoff, seit ihrem Debüt an der Berliner Schaubühne als Meisterin der leisen Töne und nuancierten Personenzeichnun­gen bekannt, eine Wiederbelebung dieser nahezu verschwundenen Gattung. Warum? 
 

Wahrscheinlich ist es «die Grenzgängerei durch die Nähe zur Musik», erklärt sie, die ihr Interesse geweckt hat. Und die Lust, bewegte, deftige, kräftig ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute März 2010
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Irene Bazinger

Vergriffen
Weitere Beiträge
Theater im TV

Fernsehen

 

Montag, 1.

 

21.15, Theaterkanal: Gero von Boehm begegnet: Christoph Schlingensief 

 

Dienstag, 2.

 

17.25, Theaterkanal: faust on speed – ein Faust remix ­– nach Goethe, mit dem Ensemble des Koblenzer Jugendtheaters. Aufzeichnung 

aus der Akademie für Darstellende Kunst, 

Ludwigsburg (2009) 

19.00, Theaterkanal: Theaterlandschaften: das 

Theater...

Der Plattenbeat

Es ist zum an die Wand springen. Da hat man mal einen vernünftigen Selbstmordgedanken, aber kein brauchbares Hilfsmittel, um ihn umzusetzen. Der adoleszente Alkoholiker Darko ist ein widerwillig Überlebender, der nur manchmal und viel zu kurz die Courage zum Suizid hat, sonst aber gern andere dazu ermutigt. Zum Beispiel Ulrike, die irgendwann vom Hochhaus springt....

«Ich will Stille erzeugen»

Thomas Assheuer Herr Haneke, für Ihren Film «Das weiße Band» sind Sie mit Lob überschüttet worden, in Cannes gab es 2009 dafür die Goldene Palme, und den Europäischen Filmpreis haben Sie auch bekommen. Vor allem für die Kinderszenen hat man sie gefeiert. Wie haben Sie die Kinder gefunden? 
 

Michael Haneke Es war viel Arbeit. Wir wollten ja nicht nur begabte Kinder...