Nora Abdel-Maksoud: Doping
Figuren
Lütje Wesel – Spitzenkandidat des FDP Ortsverbandes Wenningstedt-Braderup, ehrgeizig und krank. Listenplatz 1.
Ole Hagenfels-Jefsen-Bohn – Schatzmeister des Ortsverbandes, kann nicht vor Leuten sprechen.
Jagoda Hagenfels-Jefsen-Bohn – Stellvertretende Vorsitzende des Ortsverbandes, kann vor Leuten sprechen, nur ohne diplomatisches Feingefühl. Listenplatz 2.
Gesine – Entbindungspegerin, erschöpft.
Dr. Bob – Ehemaliger Chefarzt, nicht immer ganz nüchtern, aus Gründen.
Anmerkungen
1.
) «/» bedeutet die Texte werden gleichzeitig gesprochen.
2.) «Beat» zeigt einen großen Wendepunkt oder Erkenntnismoment an, eine Zäsur im Rhythmus
1. Akt
1.1 - Marathon
Einwohnerfragestunde in einer Schulaula. Schwungvoller Auftritt Lütje Wesel.
Lütje Liebe Sylterinnen und Sylter, Schülerinnen und Schüler, sehr geehrte Ortsbeiratsmitglieder, Frau Protokollführerin Humsen, Herr Arslan.
Zwinkert Herrn Arslan zu.
In der griechischen Mythologie gibt es die Legende von Pheidippides: Ein junger Soldat als Bote geschickt, um den Sieg Athens über die Perser zu verkünden. Pheidippides rannte in voller Rüstung, ließ sich vom Staub in seiner Lunge nicht beirren, nicht von den Blasen auf seiner ...
NORA ABDEL-MAKSOUD, geb. in München, begann 2005 ihr Schauspiel-Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg. 2014 schrieb und inszenierte sie «Kings», das am Ballhaus Naunynstraße uraufgeführt und zum Festival radikal jung am Münchner Volkstheater eingeladen wurde. In der Spielzeit 2016/17 entstand «The Making of», das sie am Berliner Maxim Gorki Theater selber inszenierte; im November 2018 folgte dort ihr neues Stück «The Sequel». 2017 erhielt sie den Kurt-Hübner-Preis für Regie. Für das Neumarkt Theater Zürich entstand 2018 «Café Populaire», eingeladen u. a. zum Schweizer Theatertreffen 2019 und ausgezeichnet mit dem Hermann-Sudermann-Preis. Mit «Jeeps», ebenfalls von ihr selbst inszeniert in den Münchner Kammerspielen, war sie zu den Mülheimer Stücken 2022 eingeladen. Zuletzt schrieb und inszenierte sie in München «Rabatt» (abgedruckt in TH 6/22) und «Doping», abgedruckt in diesem Heft.
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Theater heute Juni 2024
Rubrik: , Seite 100
von Nora Abdel-Maksoud
Ein Sarg. Und ein Grab. Zwei Orte der Begegnung mit den Eltern, zwei Orte der Erforschung ihrer Lebensgeschichten in und für Deutschland (wie so viele Berliner Theaterabende in dieser Saison deutsche Familienbilder zeichnen). Die Gräber sind offen, die Ahnen untot. Ihr Denken, Fühlen und Handeln hat die Nachgeborenen tief geprägt.
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Es braucht ein besonderes Publikum, damit man solche Dinge veranstalten kann! Ivo Dimchev, ein Veteran des HAU, steuert zum Festival «Love is a Verb» ein musikalisches Best-of bei: «Hell / Top 40» mit urkomischen, anzüglichen, vor Sex strotzenden Songs aus seinem breiten Oeuvre (mit dem er es auf Spotify auf mehrere hunderttausend Zugriffe bringt).
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Nach ungefähr siebzig Minuten – wir bewegen uns aufs letzte Drittel von Bonn Parks «They Them Okocha» in den Kammerspielen des Schauspiels Frankfurt zu – steht André Meyer allein auf der Bühne und beginnt zu tanzen. Er spielt Noah-Wilhelm, einen von vier Freunden, die sich in dieser Szene am unmittelbaren Übergang von der Spätpubertät zum Erwachsenenalter befinden,...
