Beweglicher werden

Warum sich das Theater jetzt mit sich selbst beschäftigen muss

Keine Versammlungen mehr, kein Gegenüber mehr von Mensch zu Mensch – das war und ist hart für Theaterleute in Zeiten der Pandemie. Aber mindestens ebenso hart und zutiefst verunsichernd ist die allgemeine Planungs­unsicherheit. Die darstellende Kunst ist zwar eigentlich die spontanste und unmittelbarste aller Künste. Es ist ja gerade ein Wesens­merkmal des Theaters, dass es formal und inhaltlich schnell auf Krise und Veränderungen reagieren kann. Theater jedoch, wie wir es heute kennen, ist unfassbar planungsintensiv und unflexibel. Das hat man gemerkt in der Pandemie.

Das fein verästelte, filigran gesponnene, riesige, vielfach weltweite Netz von komplexen Verabredungen, Abläufen und Plänen, aus denen jedes einzelne Theater ebenso wie die Theaterlandschaft als Ganzes besteht, wurde jäh zerrissen. Es ist nicht mal eben schnell neu geknüpft. Schon gar nicht, wenn sich die Rahmenbedingungen ständig weiter verändern und kein Ende in Sicht ist. Vor allem dort, wo nach alter Schule oben gedacht und unten gemacht wird, fallen kurzfristige Anpassungen schwer. Wohl der Institution, die in so einer Situation beweglich ist.

Die Debatte darüber, was nötig und was möglich ist, hat durch die ...

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Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Antworten auf die Zukunft, Seite 54
von Anja Dirks

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Deutschsprachige Erstaufführungen 20/21

B
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Dance Nation (Theater Hannover)
Sébastien Blanc und Nicolas Poiret
Zwei Lügen, eine Wahrheit (Theater Freiberg Döbeln)

C
Ivan Calbérac

Weinprobe für Anfänger (Theater Heilbronn)

D
Rébecca Déraspe

Bärenfalle (Theater Poetenpack/Theater Brandenburg)
Teresa Dopler
Monte Rosa (Theater St. Pölten)
Claire Dowie
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