Warteraum der Verlorenen
Das Rauschen des Meeres. Rhythmisch schwanken die verlorenen Menschen hin und her, während die Musiker den Takt vorgeben. Eine Frau in Weiß (Claudia Iglesias Ungo) taucht auf der Kante des verrotteten Schwimmbadbunkers auf, zieht geisterhaft ihre Kreise, während zwei Immigranten (Robin Sondermann und Alexander Swoboda) ihr zusehen, aber aus Angst vor Entdeckung der Selbstmörderin nicht helfen. Es sind Schwarzafrikaner, so viel verrät der Text, aber auf der Bühne sehen wir zwei Weiße, in schlichter Kleidung, untere Mittelschicht vielleicht.
Dea Lohers Text ist ein versponnenes Gewebe verschiedener Einzelschicksale, die gemeinsam ein düsteres Weltbild ergeben, eine Verhandlung von persönlicher Schuld und Unschuld am Rande unserer Gesellschaft. Dieser Bühnenraum ist eine Mischung aus Warteraum mit Metallstühlen und Müll in den Ecken, einem Bunker mit Kontrollraum, von dem aus vielleicht in Lampedusa die Festung Europa bewacht wird, und einem längst leergelaufenen Swimmingpool mit Leiter und einem riesigen Loch als Abfluss in der Mitte (Bühne: Rimma Starodubzeva).
Wie in diesem Loch im Bühnenboden eine Familie wohnt, ihre Matratze hin- und herschiebt, die Mutter (Gabriele Möller-Lukasz) ...
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Theater heute Dezember 2013
Rubrik: Chronik Bremen, Seite 55
von Alexander Kohlmann
1./Sonntag
11.45, arte: Square: Peter Stein im Gespräch mit Vincent Josse und Anja Höfer
8./Sonntag
23.20, arte: Mahlermania: Nico and the Navigators, Regie Nicola Hümpel
22./Sonntag
23.05, arte: Gala zur Wiedereröffnung des Mariinski-Theaters in St. Petersburg
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16.00, 3sat: Les Misérables – Gefangene des Schicksals Spielfilm (2000) nach Victor Hugo, mit John...
Die Natur ist einfach, die Natur seid ihr.» Mit dieser schlichten Formel leitet das Performance-Duo united sorry in seinen Programmtext zu «the forest project» ein. Einst war der Mensch in spiritueller Harmonie mit der Natur vereint, heute tankt ein profaneres Bewusstsein nur frische Luft in den Wäldern. «Und doch sehnen wir uns manchmal nach einer urtümlicheren...
Hautkontakt
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Rüdiger Safranski:
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Kunstwerk des Lebens»
Rüdiger Safranski ist der große Porträtkünstler unter den deutschen Philosophen, ein erzählender Denker und sanfter Theorieflüsterer, der dem Lesepublikum das wilde Denken so vertrauensbildend zuführt, als wäre die Ideengeschichte ein Streichelzoo. Stets leichtfüßig, elegant und...
