Denkspiele ins Irgendwo
Warum ist nur noch niemand auf die Idee gekommen: Wer keinen Job mehr hat, wird erschossen. Das löst alle Probleme der Arbeitslosigkeit, steigert die Produktivität, spart Sozialausgaben und reduziert die Unzufriedenheit nachhaltig. Die vierteljährlichen Hinrichtungen lassen sich nach altrömischem Vorbild in einer großen Arena attraktiv anrichten. Kein Wunder, dass Herrscher Hieron glaubt, alle wesentlichen Probleme auf dem Weg zu Wohlstand und staatlicher Fürsorge gelöst zu haben.
Sein Staat funktioniert überraschend gut, allerdings mit ein paar kleineren zwischenmenschlichen Einschränkungen. Von der jederzeit drohenden Hinrichtung mal abgesehen, haben Arbeitnehmer nur einen Tag Urlaub im Jahr, an dem sich auch die Familie treffen darf, passenderweise zu Weihnachten. Berührungen und andere Intimitäten sind allerdings auch bei dieser Gelegenheit streng verboten. Stattdessen muss ein glückliches Familienfoto für den obersten Wohltäter in eine der Überwachungskameras gelächelt werden. Spaziergänge in der Stadt sind selbstverständlich auch nicht erlaubt.
Ob Mario Salazar mit diesem lichten kleinen Utopia eine Groteske auf den Neoliberalismus schreiben wollte? Oder einen szenischen ...
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Theater heute Oktober 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 29
von Franz Wille
Am Starnberger See vorbei, Murnau vorüber, dann Garmisch, Kloster Ettal – und hinein ins Bilderbuchdorf voller Holzschnitzer-Läden, Pensionen und Hotels im blitzsaubren Alpenstil: Da steht auch schon die Monumentalscheune des Passionstheaters, wo vor drei Jahren allabends an die 5.000 Gäste dem stürmischen Aufstieg des Revoluzzers Jesus zugeschaut haben – und...
Nach zwei Stunden Reden gehen wir endlich rüber, einmal quer durch die malerisch unrenovierte Wohnung im nicht ganz so malerischen Teil vom Prenzlauer Berg, da, wo die Altbauten noch nicht in steriler Schönheit zu Tode renoviert wurden. Hier wohnt Suse Wächter seit zwei Jahren, «übergangsweise». Gehen von der Küche durchs Schlafzimmer in das kleine Zimmer, das ihr...
Der Deutsche Bühnenverein will das deutsche Ensemble- und Repertoiretheater als nationales immaterielles Kulturerbe (IKE) verzeichnen lassen. Die in der allzu knappen Aussprache auf der Jahreshauptversammlung 2013 des Deutschen Bühnenvereins in Kiel geäußerten Gründe – die Aufnahme ins Verzeichnis sei doch durch die Einmaligkeit unserer Theaterlandschaft motiviert,...
