Kein Spaziergang

24 Stunden «Unendlicher Spaß» zum Abschied von Matthias Lilienthal

Theater heute - Logo

Zum Saisonschluss auch das noch: 24 Stunden «Unendlicher Spaß», eine frag­mentarische Adaption des 1545 Seiten starken Riesenromans von David Foster Wallace durch 13 Künstler und Kollektive des Berliner Kombinats Hebbel am Ufer – und eine Reise durch die «utopisch» genannte West-Berliner Architektur der 60er und 70er Jahre. 24 Stunden Theater, das heißt, Regeneration mit einkalkuliert: 48 Stunden Entzug vom Arbeits- und Familienleben, aber auch Ausfall der eigenen Leistungskraft.

Ganz zu schweigen von der angemessen gründlichen literarischen Vorbereitung, die mit gut 50 Stunden zu veranschlagen wäre. Rechnet sich das noch – und wenn ja, für wen? Und vor allem: Macht es wirklich unendlichen Spaß?

Drill und Droge

Schon stecken wir mitten in den so konkreten wie weltanschaulichen Sphären, um die auch das Hauptwerk des amerikanischen Schriftstellers, Professors und Ex-Tennisspielers kreist, der sich 2008 das Leben nahm. Es spielt, 1996 erschienen, in einer jüngsten Vergangenheit, in der sich die Vereinigten Staaten mit Mexiko und Kanada zur Organisation of North American Nations zusammengeschlossen haben. Die­ser Staatenbund mit dem sprechenden Namen O.N.A.N. wird von Separatisten ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute August/September 2012
Rubrik: Aufführungen, Seite 22
von Eva Behrendt

Weitere Beiträge
Akteure

Sie ist die Grande Dame der deutschen Bühnenverlage, er der Dandy der deutschen Theaterwissenschaft: Maria Sommer, 90, leitet bis heute den Gustav Kiepenheuer Bühnenvertrieb. Im Gespräch erzählt sie von ihrem Einsatz für die Urheberrechte und ihrer Freundschaft mit Günter Grass, Christa Wolf und George Tabori.

Andrzej Wirth, 85, übersetzte mit Marcel Reich-Ranicki...

Ein Lachgas der Zukunft anmischen

Politisches Theater – dies bestätigen aktuelle Festivals, die Positionen zeitgenössischer Dramatik eine Plattform geben wie der Heidelberger Stückemarkt oder das Münchner Festival «Radikal jung» –, politisches Theater kommt derzeit eher nicht aus Deutschland, sondern aus dem Ausland. Aus den Ländern des arabischen Frühlings etwa, in denen das Theater als Sprachrohr...

Straßenszenen und Bonustracks

Da stehen wir nun mit unseren Kopfhörern auf dem Braunschweiger Burgplatz und haben schon verstanden: Theater, das ist nicht mehr die Konfrontation mit einer Bühnenperformance, die dann mal mehr, mal weniger mit unserer Wirklichkeit zu tun hat, sondern Theater, das ist unsere Wirklichkeit. «Du bist die Stadt», lautet das Motto der diesjährigen Theater­formen. In...