Das reicht doch nicht!
Engel steigen zu uns herab. Zu einem Drum-Loop, über den sich bald schon die melancholischen Synthesizerklänge von «Streets of Philadelphia» schmiegen, schweben die Akrobaten vom Bühnenhimmel. Einer von ihnen, der mit der regenbogenbunten Glitzerhose und beeindruckend ausdefinierten Rückenmuskulatur, ist Fabian Hinrichs. Kaum hat er sich seines Fluggeschirrs entledigt, greift er lächelnd zum Mikrofon: «Wo sind wir hier? In einem Raum, der zu eng ist oder zu groß für unsere Liebe. Es ist nicht unsere Schuld, dass uns die Liebe nicht gelingt.
» Und während die Akrobaten elegante Räder schlagen oder sich langsam in den Handstand drücken, hüpft Hinrichs fröhlich wie ein junger Gott über die Bühne und verpasst dem Springsteen-Song neue Lyrics: «Ich bin die Straße hinuntergegangen, an den Reihenhäusern vorbei …», und später: «Es reicht uns nicht, es reicht uns nicht. Es fehlt etwas.»
Was nicht zu leben ist, fliegt raus
Das alles erzählt sich wenig spektakulär, aber: Es fängt spitze an. Dass hier fünf Minuten reinsten Theaterglücks entstehen, liegt wahrscheinlich nicht nur am flüssig-lässigen Zusammenspiel von Text und Musik und Bewegung im Raum, sondern an etwas, was man zu diesem ...
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Theater heute März 2012
Rubrik: Aufführungen, Seite 32
von Eva Behrendt
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