Zürich: Godot im Gehen

René Pollesch «High (du weißt, wovon)»

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Ein Rennbahnoval, umrandet von einer Bande mit Blinkerblümchen. An beiden Kopfenden Showportale, vor dem einen schweben Riesenballons mit Sternen und Streifen, das andere verblendet ein Riesenprospekt im Technicolorstil, darauf tanzen Zirkuslöwen mit Tangomädchen, manche zeigen auch nur die Pranken, oder sie reißen das Maul auf. Alles so quietschbunt hier. «A Great Group of Trained Wilds» steht auf dem Vorhang – und das ist gar nicht so weit weg von dem, was Autor-Regisseur René Pollesch in seinem siebten Stück für das Schauspielhaus Zürich vorführt.


Barbara Steiners Setting in der Schiffbauhalle ist heikel, aber großartig. Mittendrin sitzt das Publikum, Rücken an Rücken auf einer geteilten grellweißen Tribüne, verurteilt zum Nur-hierhin- oder Nur-dorthin-Schauen. Was man auf der jeweils uneinsehbaren Gegengeraden verpasst, fängt ein Kameramann ein, das Bild wird live auf zwei Screens geworfen. Und man verpasst entweder vier Performer (Hilke Altefrohne, Inga Busch, Marie Rosa Tietjen, Jirka Zett) oder einen 14-köpfigen Schauspielschülerinnenchor, die sich praktisch permanent auf dem Parcours verfolgen und sich die Sätze über die Zuschauerköpfe hinweg zuwerfen. Über weite Strecken ...

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Theater heute März 2017
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Stephan Reuter

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