Willkommen in der Dschungelliga

Der letzte amtierende Kultusminister Henry Tesch hat die Theater in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Finanzausgleichsgesetz unter Fusionsdruck gesetzt. Nicht immer zu ihrem Besten. Aber auch so brauchen die Bühnen im Norden mehr als «Charleys Tante»

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Als am 4. September in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt wurde, zeichnete sich schnell ab, dass sich die politi­schen Verhältnisse kaum verändern würden: Die erstarkte SPD unter Ministerpräsident Erwin Sellering und die geschrumpfte CDU arbeiten an einer Fortsetzung der Koalition. Allerdings galt schon vor der Wahl als sicher, das Kultusminister Henry Tesch, CDU, keine zweite Amtszeit bekommen wird. Und auch jetzt deutet alles darauf hin, dass es – schon eine Tradition in MV – auch in dieser Legislaturperiode einen neuen Ressortchef geben wird.

Dass Tesch gehen muss, liegt unter anderem an seinem Versuch, die Theaterlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns neu zu struktu­rieren. Viele Theater in Ost- und Westdeutschland kämpften während und nach der Wirtschaftskrise mit Insolvenzen und gegen Schlie­ßungspläne. Aber in keinem Bundesland betraf es so viele Häuser wie im strukturschwachen Mecklenburg-Vorpommern mit seinen 1,6 Millionen Einwohnern. Vier Mehrspartentheater hat das Land, daneben zwei kleine Häuser mit eigenem Schauspielensemble und die Deutsche Tanzkompagnie Neustrelitz. Seit 1994 hat sich die Höhe der Landesmittel nicht verändert, die zusammen mit den kommunalen ...

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Theater heute November 2011
Rubrik: REPORTAGE, Seite 43
von Georg Kasch

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