Wie der Mond das Meer bewegt
Endlich ein neues Stück, das es wagt, den Mikrokosmos der (Klein-)Familie und der weitgehend belanglosen Beziehungsproblematiken zu überwinden. Ein in vieler Hinsicht politisches Stück. Ein Volksstück, obwohl der Autor es gar nicht als solches benennt. Ein Theaterstück, das eine bisher literarisch kaum beachtete, aber stetig wachsende Volksschicht in den Blickpunkt des Interesses schiebt: Das Volk der Altgewordenen, das Meer der Vor-der-Pensionierung-Stehenden, die Schicht der Nicht-mehr-Benötigten.
Das zentrale Thema des jungen, in München aufgewachsenen, in Frankfurt arbeitenden Schauspielers, Regisseurs und Autors Jan Neumann ist: die notwendige Einübung ins Sterben. Ein Stück über Lebensglück und Trauer, über Trostlosigkeit und Mut, über das Altwerden. Jan Neumann präsentiert uns keine heroischen, rastlosen Figuren, sondern ganz durchschnittliche, tatenlose Mittelstandsterroristen, hinter deren Floskeln und Redewendungen man durchaus noch Reste einer verwöhnten Generation von Altachtundsechzigern erahnen kann.
Das ist mitunter sehr humorvoll, gezeigt wird aber eine unmerklich gealterte, verbitterte, liebesunfähige Gesellschaft; Menschen, die von unendlicher Freiheit geträumt ...
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Theater heute Jahrbuch 2005
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 157
von Jens Gross
Die Geschichtenerzähler machen weiter, die Autoindustrie macht weiter, die Arbeiter machen weiter, die Regierungen machen weiter, die Rock’n’Roll-Sänger machen weiter, die Preise machen weiter, das Papier macht weiter‚ die Tiere und Bäume machen weiter, Tag und Nacht machen weiter, der Mond geht auf, die Sonne geht auf, die Augen gehen auf.» Fast dreißig Jahre ist...
Als der englische Bankier Henry Hoare in den Jahren nach 1740 seinen Traum einer heroischen Idylle ohne Wiederkehr in der Park- und Seenlandschaft von Sourhead zu verwirklichen begann, gehörte der Bau einer aus mehreren Höhlen errichteten Grotte zu diesem Entwurf eines künstlichen Paradieses. Eine Welt wie vom Anbeginn der Zeiten, als die Menschen noch mit den...
Ulrich Matthes liebt die Leichtathletik, ganz besonders den Zehnkampf, die Königsdisziplin! Dass so unterschiedliche Vorgänge wie Kugelstoßen und Stabhochsprung gleich hintereinander beherrscht werden müssen, treibt Matthes in glühende Verehrung. Wir waren mal zusammen beim Mehrkampfmeeting in Ratingen, als Dan O’Brien auflief, dreifacher Weltmeister, Olympiasieger...
