Was wäre wenn?

Rimini Protokoll «Utopolis» in Köln

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Die blaue Musik-Box beginnt langsam zu nerven: Sie diktiert, worüber wir reden sollen, sie spielt laute Tiergeräusche ab, in der Hoffnung, dass sie uns peinlich sind, und sie gibt ein fast militärisches Tempo vor. Die Box ist die Hauptfigur in «Utopolis», einem jener theatralen Stadtspaziergänge, die unter Corona-Bedingungen boomen, inszeniert vom Regie-Kollektiv Rimini Protokoll. Vor Köln war «Utopolis» bereits in Manchester und St. Petersburg zu sehen. Die Box ist etwa 30 x 20 Zentimeter groß, tragbar, von bester Klangqualität. Und sie hat keinen Knopf zum Ausschalten.

Sie leitet das Publikum in Kleingruppen durch Köln, wo es auf weitere Zuschauer:innen mit weiteren Boxen stößt und gemeinsam in utopische Gedankengefilde gelangen soll. 

Wer Rimini-Protokoll-Karten kauft, erhält in der Regel ein Markenprodukt, professionell, stimmig, interaktiv und meist trotz Seherfahrung überraschend. Verhandelt werden Themen am Puls der Zeit, in «Chinchilla Arschloch, waswas» war es die gesellschaftliche Angst vor Kontrollverlust, im Fast-schon-Klassiker «Welt-Klimakonferenz» war es die menschgemachte Abwärtsspirale, in der wir leben. Diesmal also Utopien. 

Nach einem Start im eher so ...

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Theater heute Dezember 2021
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Cornelia Fiedler

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