Was man in Deutschland denkt, fühlt und ist

Heimatszenen mit Andreas Kriegenburg, Bernd Eichinger, Corinna Harfouch, Botho Strauß, Lukas Bärfuss, Elfriede Jelinek, Fritz Kater, Sarah Kane, Andres Veiel, Volker Lösch, Andrea Breth, Stefan Pucher und Dimiter Gotscheff

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Nach stundenlangem Kampf neigt sich die Bunkerdecke ein letztes Mal. Die Blechgeschirre mit der Henkersmahlzeit scheppern zu Boden, Leichen rutschen malerisch über die Schräge, dumpfes Wummern liegt in der Luft. Nur zwei Recken können noch aufrecht stehen: Gunther und sein braver Hagen, der ihm noch im Untergang den Rücken zur Sitzgelegenheit krümmt. Treu bis in den Tod. Dann kommt es, wie es kommen muss: Schwertgeschlitzt sinken auch die letzten Krieger hin.

Eisernes Pathos regiert das Finale von Andreas Kriegenburgs Münchner «Nibelungen».

Der suggestive Pomp um unverbrüchliche Mannesehre im Auge des sicheren Untergangs kennt kein Entweichen und dürfte noch den härtesten Wehrmachts-Rentnern eine Träne aus den greisen Augenwinkeln locken. Auch die Wirkung auf sentimentalere Gemüter ist beschreiblich. Man muss es in den Kammerspielen gesehen haben, im geschmackvollsten Jugendstil-Wohnzimmer der Bühnenrepublik, wie es so manchen theaterbegeisterten Mittvierziger, die gut verdauten Weißbiere an den Hüften, von den Sitzen hochreißt zum stehenden Applaus. Und noch beim Berliner Theatertreffen-Gastspiel in der ideologiezertrümmernden Volksbühne donnerte der Zuspruch recht beachtlich. 

Da ...

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Theater heute Jahrbuch 2005
Rubrik: Deutsche Szenen, Seite 114
von Franz Wille

Vergriffen
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