Wadenbisse ins Leere

Sorgen, die man gerne hätte: die Oscar-Wilde-Verfilmung «A Good Woman – Sommer in Amalfi» mit Helen Hunt und Scarlett Johannsson

Denken Sie nur: Schöne Frauen, die den ganzen Tag einkaufen, Geburts­tagsmenüs planen («Was heißt nochmal ‹Hummer› auf italienisch?») oder von der Liebe reden! Und Männer mit viel Geld, die diese Frauen auf Händen tragen und ihnen kostbare Armbänder aufdrängen. Dazu die etwas weniger schönen Frauen, die aber teuer zurechtgemacht sind und sich für den Rest mit Klatsch und Tratsch entschädigen. Sowie jeweils eine Außenseiterin, der man unterstellt, dass sie einen der Männer ... Und dann gibt es eine Verwirrung. Ach.

 

Vermutlich hat es noch nie eine Gesellschaft gegeben, die von einem Salonstück wirklich abgebildet worden wäre. Aber schon immer mag es angenehm gewesen sein, sich, wenn sonst nichts anlag, von der Konstruktion, scheinbaren Dekonstruktion und schließlichen Versicherung dieser Verhältnisse unterhalten zu lassen. Je nach Autor fällt das dann eher burlesk, pikant oder geistreich aus. 

Oscar Wilde gehört eindeutig zu den Geistreichen. Das geht immer nur so pingpong in seinen Stücken, und einen kleinen freigeistigen Triumph über die Moralvorstellungen der viktorianischen Gesellschaft, in der er gelebt hat, gibt es jeweils auch. Ohne diesen Kontext sind Wilde-Dramen weitgehend ...

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Theater heute Dezember 2005
Rubrik: Medien/TV, Seite 71
von Petra Kohse

Vergriffen
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