Und plötzlich ist da die Huppert
Geht eine Intendanz zu Ende, bekommt der Briefträger das spätestens dann zu spüren, wenn einer jener backsteinschweren «Das alles haben wir in all den Spielzeiten gestemmt»-Wälzer ausgeliefert wird. Hortense Archambault und Vincent Baudriller haben es dieses Jahr etwas raffinierter gemacht und sich von Jérôme Bel einen Rückblick inszenieren lassen, der nicht auf Vollständigkeit Wert legt, dafür aber zeitlich weit über die eigene Intendanz ausgreift und sich zum Abschied eine Verbeugung vor dem Ort erlaubt, der das Festival wie kein anderer prägt: der Ehrenhof des Papstpalastes.
Rückblick der Zuschauer als Performer
Jérôme Bel blickt zurück, in dem er die reden lässt, die ansonsten jubeln oder buhen. Vierzehn ehemalige Zuschauer sitzen im Halbkreis auf der monumentalen Bühne im Cour d’honneur und erzählen, wie das war, als sie hier vor Ort vom Theater ergriffen wurden. Oder auch nicht.
Ein junger Mann stellt sich ans Mikrofon und berichtet im atemlosen Rap-Modus, dass er in einer Tschechow-Inszenierung so gut wie nichts verstanden hat und ihn das alleine deshalb kalt ließ, weil er frisch verliebt war und seine Freundin schon mit den zwei ergatterten Karten beeindruckt hatte. Ein ...
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Theater heute Oktober 2013
Rubrik: Magazin: Festival, Seite 67
von Jürgen Berger
Zauberhaft beleuchtet rieselt die Hornhaut von den alten Fersen. Fußpfleger Claude beugt sich innig über Frau Sandbergs Fuß, dann sammelt er die zarten Körnchen ein und verschließt sie behutsam in einer Metalldose. Am nächsten Tag wird er Frau Sandberg knusprige Kekse in Herzform ins Altersheim mitbringen. Ihren unvergleichlichen Geschmack verdanken sie einem...
Aachen, Theater
31. Veiel, Das Himbeerreich
R. Bernadette Sonnenbichler
Aalen, Theater der Stadt
4. Walser, Eine Stille für Frau Schirakesch
R. Tina Brüggemann & Tonio Kleinknecht
Anklam, Theater
25. Williams, Endstation Sehnsucht
R. Oliver Trautwein
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
6. Schiller, Wilhelm Tell
R. Tamara Korber
Augsburg, Theater
3. SKART, Mein Freund der...
Danton oder Robespierre? Oder beide? Oder keiner von beiden? «Danton»-Inszenierungen müssen sich entscheiden. Der Münchner Theater-des-Jahres-Chef Johan Simons auch.
Es gibt viele Wörter für das Wir. «Kollektiv», «Schwarm», «Multitude» oder einfach Gemeinschaft. Neueste Lesefrüchte und entsprechende Bühnenerfahrungen (rechts: «Retrospective» von Xavier Le Roy)...
