Tristesse totale
Life sucks. Die vier Figuren in Katharina Schlenders neuem Stück «Rosige Zeiten» können ein Lied davon singen und tun dies auch im Verlauf des Abends noch zur Genüge. Sie heißen Bruno Butterbrot, Eddi Essig, Henry Heiser und Mila Mittenzwei und scheinen einem Kinderstück entsprungen, das wegen Überschreitung des Grenzwerts für chronische Depression keine Jugendfreigabe bekommen hat.
Sie leben nicht mehr, aber zappeln noch: in zerrissenen sozialen Netzen, am Rande des Nervenzusammenbruchs, wie die alleinerziehende Mutter Mila, und allesamt am Haken hoffnungsloser Einsamkeit moderner Großstadtsingles jenseits der 40.
Bruno ist eher der bodenständige Typ, Hilfsarbeiter aus Leidenschaft, der sich nichts Schöneres vorstellen kann, als «gebraucht werden» und wie ein «Rädchen im Getriebe» zu funktionieren. Dafür trinkt er ohne mit der Wimper zu zucken Öl aus Wassergläsern, damit alles «läuft wie geschmiert», und lässt sich auch sonst nicht unterkriegen nach dem Motto: «Man darf sich nicht mit sich selber langweiln. Muss sich für sich interessiern. Kein anderer tut das. Interessier dich für dich dann ist was geschafft.»
Eddi Essig hat da so seine Zweifel. Er raucht. Ein Lebenszeichen ...
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