Traum schafft Wirklichkeit(en)
Der Countdown läuft. Rund um den Münchner Theateräquator Maximilianstraße werden in diesem Herbst die Claims neu abgesteckt. Mit wechselseitigem Gastinszenieren wie in den letzten Jahren durch die beiden Intendanten Johan Simons und Martin Kušej ist nun nicht mehr zu rechnen.
Stattdessen testet Matthias Lilienthal mit seinen mehr neckisch als provokant in Erscheinung tretenden «Shabbyshabby Apartments» gleich mal die Mitmachbegeisterung des Kammerspiele-Publikums und lädt zur Übernachtung im schick-schäbigen Sperrholz-Ambiente an exponierten Orten wie Springbrunnen, Verkehrsinseln oder einer Parkbucht in unbezahlbarer Lage direkt vor dem Cartier-Shop.
Im Gegenzug wirft Kušej am Residenztheater einen gediegenen Klassiker-Köder für potenzielle Überläufer aus, die sich mit einer weiteren Ausweitung des erweiterten Theaterbegriffs dann doch nicht anfreunden mögen. Immerhin gelingt dem dazu auserkorenen David Bösch mit seiner hart am Text entlang inszenierten Version von Kleists letztem Schauspiel «Prinz Friedrich von Homburg» das Kunststück, sowohl die Fraktion der Werktreue-Fetischisten nicht zu vergrätzen - keinen einzigen Videoschnipsel erlaubt sich der sonst als Bilderklauber ...
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Theater heute November 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Silvia Stammen
Mit der Frage, ob das Theater die Gesellschaft verändern kann, hält sich das Bonner Schauspiel nicht lange auf. In Bonn wird die Welt gerettet. Und das schon zum zweiten Mal. «Save the World II Climate Change» heißt das Festival in der Halle Beuel, der alten Jutespinnerei. «Art and Science» nennt sich der Versuch, der öffentlichkeitsfernen Wissenschaft etwas...
Ein Text für ca. zwei DarstellerInnen
oder eine hochgradig gespaltene Persönlichkeit.
Person 1 (große Person)
Person 2 (kleine Person)
Kann beliebig auf viele große und kleine Personen ausgeweitet werden.
Previously on «Der manische Jugendchor»:
Damals, vor –
sagen wir –
einigen Jahren.
War ich jung.
Und
unendlich
durchschnittlich in meinem...
His highness is not well.» Das kann man laut sagen. In Justin Kurzels Verfilmung der Tragödie von Macbeth wird allerdings meistens geflüstert. Es ist, als wäre die Welt da draußen, dieses majestätisch unheimliche Schottland, hinter einem Spiegel, in dem sich die Figuren mit fröstelndem Erstaunen mustern. Sind wir das, die all diese Dinge tun? Die immer neue Leichen...
