Theatertreffen 2010
Nach unzähligen Reisen, seitenlanger Votenprosa und vielstündigen Debatten hat die Jury des Theatertreffens so viel zeitgenössische Dramatik und internationale Koproduktionen wie selten für die Reise nach Berlin nominiert: Elfriede Jelineks Wirtschaftskomödie «Die Kontrakte des Kaufmanns» (Regie Nicolas Stemann) vom Thalia Theater Hamburg (Koproduktion mit dem Schauspiel Köln), Roland Schimmelpfennigs leichthändige Migrantentragödie «Der Goldene Drache» vom Burgtheater Wien (Regie der Autor), Dea Lohers Kleine-Leute-Oratorium «Diebe» (Regie Andreas Kriegenburg) vom Deutschen
Theater Berlin und Dennis Kellys rückwärts erzählter Gattinnenmord «Liebe und Geld» (Regie Stephan Kimmig), ebenfalls vom Hamburger Thalia Theater. Daneben haben es Victor Bodós Grazer Handke-Choreografie «Die Stunde da wir nichts voneinander wussten» (Koproduktion mit der Budapester Sputnik Shipping Company), Johan Simons und Paul Koeks Horváth-Inszenierung «Kasimir und Karoline» vom Schauspiel Köln (Koproduktion NT Gent und De Veenfabriek) und die New Yorker Off-Off-Truppe Nature Theater of Oklahoma mit ihrem biografischen Konzeptkunst-Musical «Life and Times, Episode 1» (Koproduktion Wiener Burgtheater) ...
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Thomas Assheuer Herr Haneke, für Ihren Film «Das weiße Band» sind Sie mit Lob überschüttet worden, in Cannes gab es 2009 dafür die Goldene Palme, und den Europäischen Filmpreis haben Sie auch bekommen. Vor allem für die Kinderszenen hat man sie gefeiert. Wie haben Sie die Kinder gefunden?
Michael Haneke Es war viel Arbeit. Wir wollten ja nicht nur begabte Kinder...
Früher wurden noch Witze über Ostfriesen, Blondinen, Politiker oder die DDR gerissen – heute ist der Gutmensch die Zielscheibe des gepflegten Spotts. Denn hinter dem Anspruch, auch noch die beste aller Welten zu verbessern, vermuten Skeptiker nicht ganz zu Unrecht unlautere Motive. Autorin Ingrid Lausund macht gleich fünf solcher selbsternannter Menschheitsretter...
Der Regisseur Volker Lösch ist kein Mann der leisen Töne. Das kann man an der Spur von Skandalen ablesen (Hamburger Millionärsadressen, Dresdner Sabine-Christiansen-Verdammung), die seinen Weg durch den deutschen Theaterbetrieb weist. Und man kann es an der Wortwahl des Regisseurs erkennen, der bei den Proben zu einer «Medea»-Inszenierung in Stuttgart, bei der...
