Frischbewegt

Es gibt auch in Zeiten rigider Sparmaßnahmen noch Hoffnungszeichen für die Kultur. Die Komplettsanierung des Schauspielhauses in Nürnberg ist so eins. Ein Gespräch mit Intendant Klaus Kusenberg

Bernd NoackHerr Kusenberg, wir stehen hier in einem lichten Foyer, das über drei Stock­werke geht – wahrhaft großstädtische Ausmaße. Alles ist hell, weitläufig, einladend: kein Vergleich zum Muff von früher...

Klaus KusenbergJa, da stolperte man durch Pfützen, bevor man überhaupt ans Schauspielhaus kam, das wiederum schlecht beleuchtet war, man fand es kaum. Und man stand dann in diesem verschrumpelten, verbauten Irgendwas, wo niemand ein gutes Gefühl hatte, wenn er reinging – wenn man Glück hatte, hatte man ein gutes Gefühl, wenn man drin war.



BNAlles weg, der Beton-Charme der frühen Nachkriegsjahre, der fränkische Sandstein als Alibi-Verkleidung, die quietschblaue Bestuhlung und der Pop-Art-Teppich mit seinem psychedelischen Design aus riesigen braunen Kreisen ...

Kusenberg... und wenn Fotografen aus Berlin da waren, haben die sich mit Entzückensschreien auf die alten Lampen aus den 70er Jahren gestürzt. Sicher, man gewöhnt sich an alles, man kann auch überall Theater spielen. Aber die Frage ist: Welcher Stellenwert des Theaters sich da ausdrückte. Und das ist natürlich jetzt schon ein ganz anderes Gleichgewicht zum Opernhaus gegenüber als vorher.

BNWährend also andere Städte ...

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Theater heute November 2010
Rubrik: Magazin: Nürnberg, Seite 70
von Bernd Noack

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