So seltsam Mittelstand

Simon Stephens «Am Ende Licht» am Staatstheater Stuttgart, deutsch erstaufgeführt von Elmar Goerden – der vollständige Stückabdruck liegt diesem Heft bei

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Die Frage ist ja nicht, ob du jemals von ihr loskommst, sondern eher, ob du vielleicht doch irgendwann in ihr ankommen möchtest. Wirklich entkommen kann man dem biologisch-sozialen Miteinander namens Familie nämlich nicht. Das gilt vor allem, wenn man wie Christine dreifache Mutter und Gattin eines Mannes ist, der gerade mit zwei anderen Frauen einen flotten Dreier in einem Kingsizebett erleben möchte, das für den nicht mehr ganz jungen Bernard dann doch eine Nummern zu groß ist.

Der Familienvater begreift einfach nicht, dass er nicht mehr im Alter der Kinder ist, die er zusammen mit Christine großgezogen hat. 

Die sind um die dreißig. Jess, die Älteste, hat gerade wieder einen Mann kennengelernt und droht es zu vermasseln, weil sie ihn so intensiv ausfragt, dass der Gute sich permanent rechtfertigen muss. Zum Glück hat der Neue sich anscheinend tatsächlich in diese Frau verliebt, die ihr Gefühlsleben bislang vorzugsweise mit One Night Stands organisiert hat. Das mit der Liebe hat die Sandwichtochter Ashe anscheinend bereits hinter sich, sie kümmert sich «nur» noch hingebungsvoll um ihre kleine Tochter und entfernt gleichzeitig den Kindsvater, der erfolgreich einen Drogenentzug ...

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Theater heute Dezember 2021
Rubrik: Das Stück, Seite 50
von Jürgen Berger

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