Schwerin: Auf Wohnungsbesichtigung
Zweieinhalb Zimmer, Küche, Bad. Das macht 46 Quadratmeter. In der Platte. Im Großen Dreesch am Stadtrand von Schwerin. Ab 1971 als DDR-Vorzeigewohngebiet geplant und gebaut, im Grünen und am See, ist das Viertel längst zum Brennpunkt geworden. 62.000 Menschen belebten Ende der 80er Jahre noch den Dreesch, das am schönsten gelegene Neubaugebiet Ostdeutschlands, heute sind es nur 25.000. Mit der Wende kam die Abwanderung, dann die Vernachlässigung der Immobilien und mit ihr die Umwertung des Stadtteils. Heute gilt er «als Schandfleck».
Etliche Wohnblocks sollen abgerissen werden, stattdessen ordentliche Mittelstandshäuser entstehen.
Helge Schmidt, jüngst wurde er für «Cum-Ex-Papers» am Hamburger Lichthof Theater mit dem Faust-Preis ausgezeichnet, ist gebürtiger Schweriner und erlebte seine ersten Jahre auf dem Dreesch. Für «Wildes Land» hat er sich auf eine Stadtteilrecherche begeben. Hat Dreescher*innen befragt, in der örtlichen Bäckerei gesessen, den Anwohnern zugehört und in zwei leerstehenden Wohnungen einen Abend dazu entwickelt. Der Laminatboden ist großzügig mit schwarzen Schaumstoffresten bedeckt. Wackelig geht man darüber, beäugt die Immobilie mit etwa 40 anderen ...
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Theater heute Februar 2020
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Katrin Ullmann
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