Schluffis unplugged
Eigentlich ist «Das Helmi» überhaupt kein Theater. Zumindest keines, wo man angestrengt in die bewährte Kristallkugel aus Dramenliteratur, Inszenierungskonzept, Besetzungsidee etc. blicken muss. Das Helmi ist eher eine Stimmung, ein Geist, ein «spirit». Etwas, das sich an einem beliebigen Sonntagabend in der Berliner Kiez-Spielstätte Ballhaus Ost im dritten Stock unter knapp sechzig Zuschauern verströmen kann.
Einige lungern auf herumliegenden Matratzen, zwischen denen die Helmi-Knautschpuppenspieler gleich ihre Zigeuner-Pistole «Die Schönen und die Schmutzigen» ansetzen werden.
Unter einem Stuhl auf dem kleinen Publikumspodest hat sich’s ein zotteliger Hund gemütlich gemacht; die Besitzerin nippt am Rotwein. «Wäre es schlimm, wenn wir das Fenster aufmachen? Ich glaub wir ersticken hier sonst», meint ein Besucher. Darauf Helmi-Maestro Florian Loycke, schon mit Puppe in der Hand, in gewohnt entspanntem Mid-Tempo: «Nee, eigentlich nicht.» Und so flowt des Zimmerklima-Vorspiel auf dem Theater ins Stück rüber: «Willkommen im Zirkus des Fortschritts», singen die Helmis mit ihren Schaumstoff-Gypsies zu den Tunes des «Eagles»-Klassikers «Hotel California».
Charmant runtergedimmt
Diese ...
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Theater heute Oktober 2013
Rubrik: Puppentheater, Seite 41
von Christian Rakow
Aachen, Theater
31. Veiel, Das Himbeerreich
R. Bernadette Sonnenbichler
Aalen, Theater der Stadt
4. Walser, Eine Stille für Frau Schirakesch
R. Tina Brüggemann & Tonio Kleinknecht
Anklam, Theater
25. Williams, Endstation Sehnsucht
R. Oliver Trautwein
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
6. Schiller, Wilhelm Tell
R. Tamara Korber
Augsburg, Theater
3. SKART, Mein Freund der...
Gott, ausgerechnet Karel Gott muss der Teufel knödelnd imitieren, wenn er «Einmal um die ganze Welt» singt und sich aufmacht, Faust das richtige Leben nach dessen vergrübelt falschem zu zeigen. Dass der Trip dann alles andere als eine Vergnügungsfahrt wird, trotz der versprochenen kurzweiligen Grillen-Vertreibungen, kann man sich bei diesem undurchsichtigen...
«Everybody knows that the war is over / Everybody knows the good guys lost / Everybody knows the fight was fixed / The poor stay poor, the rich get rich». Kay Bartholomäus Schulze, der Leonard Cohens Ode an die Täuschung mit geschmeidigem Bass einen Tick zu fix ins Mikrofon röhrt, führt an der Berliner Schaubühne recht ungefähr in Shakespeares «Viel Lärm um...
