Überstehen ist alles

Hamburger Sehnsüchte nach Heldentum, Ruhm, Gemeinschaft: Am Thalia Theater wüten der «Schimmelreiter» und «Das letzte Feuer», am Schauspielhaus «Die Helden auf Helgeland»

Für potenzielle Helden ist das Leben ja ziemlich langweilig in unseren Breiten. Kriegszüge kommen seit 60 Jahren nicht mehr in Frage, die Katastrophe trägt den Vornamen Klima und lässt sich noch gut verdrängen, der Sonnenkollektor auf dem Dach ersetzt den Feldzug. Die Sehnsucht nach dem Heldentum, dem Abenteuer in Gefahren, die letzte Kräfte in Anspruch nehmen, darf sich im Dschungelcamp austoben. Im Spiel ein zweites Leben führen, das gar nicht weh tut, dafür gibt es die Identifikations­maschine Kino und viel länger schon das Theater.

Seit neuerem aber auch das Internet, zum Beispiel, schwer gehyped, die virtuelle Welt des «Second Life», in dem sich das brave Alltags-Ich als Superman und Sexbombe betätigen kann. Was passiert wohl, wenn man die beiden Spiel-Welten zusammenbringt (und ganz nebenbei vom Hype noch profitiert)?
 

Das zweite Leben in Helgeland

Viel weniger, als gedacht. Und viel mehr. Roger Vontobel setzt das vollmundig als «Mixed World Production» angekündigte Experiment im Malersaal des Hamburger Schauspielhauses mit einem frühen Ibsen ins Werk. Eine Riesenleinwand schließt die Bühne von Claudia Rohner ab: der Super-Bildschirm, bigger than life. Davor stellt nüchternes ...

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Theater heute März 2008
Rubrik: Aufführungen, Seite 21
von Barbara Burckhardt

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