Rumstehen, Plaudern, Trinken
Zum Beispiel das Kraftwerk Bille. Das liegt in Hammerbrook, im industriellen Hamburger Osten weitab von kultureller Infrastruktur und ÖPNV, ein riesiges, verwinkeltes Fabrikensemble aus dem späten 19. Jahrhundert, das seit dem Ende des Kraftwerksbetriebs weitgehend leersteht. Manchmal bespielt die freie Theaterszene hier Räume, allerdings auf eher prekärem Niveau: Im Winter sind die kaum isolierten Locations bitterkalt, im Sommer wird es unerträglich heiß, die sanitären Anlagen sind indiskutabel.
Seit ein paar Jahren ist auch das Freie-Szene-Festival «Hauptsache frei» auf dem Gelände präsent, 2021 gab es allerdings keinerlei Wegweiser zum Maschinenhaus: Man musste durch einen abgesperrten Bereich, vorbei an «Durchgang verboten!»-Schildern, über eine kaum abgesicherte Rampe, bis man vor einem improvisierten Foyer stand.
Die Situation am Kraftwerk Bille ist vielleicht ein extremes Beispiel, sie ist aber dennoch typisch für das Verhältnis der Freien Szene zu ihrem Publikum. In Hamburg sind die Auslastungszahlen im Grunde gut, die (zugegeben: oftmals sehr kleinen) Freie-Szene-Theater häufig ausverkauft. Aber natürlich wird hier ein Publikum angesprochen, das zu großen Teilen aus ...
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Theater heute August/September 2022
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Falk Schreiber
Nicht um Kunst soll es vordringlich gehen bei dieser documenta. Und schon gar nicht um rassistische Zuschreibung, wie es der «documenta-Skandal» suggeriert. Das erklärte Hauptziel dieser documenta ist es, Denkanstöße zu liefern. Neue ethische Übereinkünfte für ein besseres Zusammenleben wollen die Kuratorinnen und Kuratoren des indonesischen Kollektivs Ruangrupa...
SZENE 0
Eingeblendeter Text:
Im Sommer 2018 war ich in Polen auf der Suche nach Zeugen der Operation Wisła.
Sie sind jetzt schon sehr alt und fast alle sind Frauen. Ihre Geschichten sind fast alle gleich.
«Wir waren auf dem Feld. Dann kam ein Soldat. Er hat gesagt, wir haben eine Stunde zum Packen. Wir kamen zum Bahnhof. Mussten in Viehwaggons einsteigen. Wir...
Also doch. Nach zähem Ringen und mehrern Verhandlungsrunden haben sich die Tarifpartner – der Deutsche Bühnenverein und die Künstler:innengewerkschaften, vornehmlich die GDBA – auf eine neue Gagenregelung für die Solobeschäftigten und Bühnentechniker:innen geeinigt. Danach wird die Mindestgage in zwei Stufen von bisher 2.000 Euro ab 1. September auf zunächst 2.550...
