Rückwärts durch die Kriegsgeschichte
Als Roland Schimmelpfennig an seinem Theatertext «Für eine bessere Welt» schrieb, wurde Berlin gerade mit Plakaten zugepflastert, auf denen eine Blondine mit aufgerissenem Mund und einer zwischen die Brüste gepressten Dose Werbung für kalten Kaffee machte (Markenname: «K-Fee»). Die «taz» wusste damals nicht, ob sie das Bild sexistisch finden sollte und entschloss sich, es als «postideologisch selbstbewusst neoliberales Image» zu werten, weil das Bild des Modells Michaela Schaffrath noch ihre Vergangenheit als Pornostar Gina Wilde enthalte.
Diese Überblendung von Diskursen ist das Prinzip von Roland Schimmelpfennigs 88-minütigem «epischem Stimmenspiel», das von der dreiköpfigen Jury der Frankfurter Akademie der Darstellenden Künste zum Hörspiel des Jahres 2004 gewählt wurde und diesen Monat im Bayerischen Rundfunk zu hören ist.
Vor dem ausgezeichneten Stück hat Schimmelpfennig sechs andere Hörspiele gemacht, unter anderem «Die Taxiterroristin. Drei Filme zum Preis von einem» und – als vorläufiger Höhepunkt der «Krieg der Wellen» (HR 2000) – eine freie Adaption von Orson Welles Klassiker «War of the Worlds» von 1938. Auch «Für eine bessere Welt» thematisiert Krieg und Terror.
Die ...
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Erste Szene
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