Revolution in Legoland
Der eine ist ein früher Bruder von Roland Koch, Ole von Beust, Horst Köhler und entdeckt in der stalinistischen Phase der Französischen Revolution das Sensibelchen in sich. Robespierre dagegen, anders als St. Just noch ein Lehrling des angewandten Machiavellismus, gibt für kurze Zeit tatsächlich den skrupellosen Machtpolitiker, um einige Monate später selbst unter der Guillotine zu enden. Georg Büchner war gerade mal zweiundzwanzig, als er 1835 in den Wirren des Vormärz sein geschichts–pessimistisches Revolutionsdrama schrieb.
Im Zentrum Danton, der zu spät realisiert, dass auch ein müder Epikureer real sterben kann.
In Mannheim wirft Regisseur Robert Teufel kurz vor Ende der Spielzeit einen Blick auf private Gestimmtheiten, die politisch brisant werden können. Dass man Zeuge eines Laborversuchs in Sachen «politischer Eskapismus» ist, legt schon Florian Ettis Bühne nahe: ein überdimensionierter Lego-Spielgarten, über den sich zu Beginn ein riesiger Plastikballon wälzt, dem Batman und Robin entsteigen, auf der Brust den Schriftzug Danton und Robespierre.
Doch die Inszenierung konterkariert die Spielidylle im Folgenden mit dem persönlich gefärbten Konflikt zweier Männer. Danton und ...
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Theater heute Oktober 2013
Rubrik: Chronik: Mannheim Nationaltheate, Seite 59
von Jürgen Berger
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