Mit dem Kopf voran

Ein Porträt der Schauspielerin und Regisseurin Karin Neuhäuser

Dieser Oktober war Karin Neuhäusers Oktober. Erst der Gordana-Kosanovic-Schauspielerpreis aus Mülheim. Dann die umjubelte Premiere ihrer eigenen Inszenierung der «Orestie» in Frankfurt/Main. Und schließlich die Übernahme von Werner Schwabs «Präsidentinnen» ins Repertoire des Berliner Maxim Gorki Theaters. Regie: Jan Bosse. Die Grete ist eine ihrer Lieblingsrollen, Olivia Grigolli und Yvon Jansen sind dabei, und das Berliner Publikum zeigte sich dankbar und glücklich. Karin Neuhäuser hat Erfolg zur Zeit, großen Erfolg.

Und das gibt sie, am Tag nach der «Präsidentinnen»-Premiere, sofort und ohne Einschränkung zu.

Sie ist von der Physiotherapie zum Treffen am Gorki Theater gekommen. Vor zwei Jahren hat sie sich in einer Vorstellung der «Möwe» das Kreuzband verletzt und laboriert daran noch immer. «Das wird nicht mehr», sagt sie lapidar mit ihrer rau tönenden Stimme, eine Frau im braunen Wollpullover, mit Rock und Stiefeln, ein kumpelhafter und zugleich sehr weiblicher Typ. «Fraulich» würde noch besser passen, aber das Wort gibt es ja nicht mehr. Ihr Gesicht ist ohne Maske und in der Mittagssonne keinen Deut weniger eindrucksvoll als dick geschminkt im Rampenlicht. Ein großzügiges und ...

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Theater heute Dezember 2006
Rubrik: Porträt, Seite 24
von Petra Kohse

Vergriffen