«Wat spielste denn da, Margit?»

Sie war schon immer auf «schräg» abonniert: Die Berliner Schauspielerin Margit Bendokat, seit 1965 am Deutschen Theater, steckt voller Geschichten. Mit Dimiter Gotscheff, Armin Petras und Nicolas Stemann hat sie eine zweite Karriere gestartet

Irgendwann Anfang der siebziger Jahre, so genau erinnert sich keiner der Beteiligten, strichen zwei Männer mit hochgekrempelten Hosenbeinen an den überfüllten Stränden von Sosopol entlang. Der eine rief ständig «Margit», während der andere sich nach «Jürgen» heiser schrie: Heiner Müller und Dimiter Got­scheff hatten sich an der bulgarischen Schwarzmeerküste locker mit Margit Bendokat und ihrem damaligen Lebensgefährten Jürgen Holtz verabredet. Darüber, ob sie sich je gefunden haben in diesem Urlaub, gehen die Meinungen zwar auseinander.

Aber das ist laut Gotscheff sowieso zweitrangig. Grundlegend sei doch, dass Müller wenigstens einmal im Leben die Gelegenheit bekam, ausdauernd «Margit» zu rufen! Schließlich hat die Bendokat entscheidenden Anteil daran, dass Heiner Müller seine eigenen Texte verstand. Der Dramatiker schätzte nämlich nicht nur die Klöße, die sie bei den häufigen gemeinsamen Spontanabend­essen auftafelte, sondern bat sie – und Holtz – auch fast jedes Mal, ihm seine Arbeiten vorzulesen. Er sei dann immer äußerst zufrieden nach Hause gegangen: Jetzt wüsste er, was er geschrieben habe.

Chor der Perser: Margit Bendokat

Wenn man Margit Bendokat, mehr als dreißig Jahre ...

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Theater heute März 2008
Rubrik: Porträt, Seite 4
von Christine Wahl

Vergriffen