Politik im Liegen

Supergruppen wie Queen oder The Beatles liefern schon länger die Stoffe für globale Supermusicals. Jetzt geht dieser Trend, aus Musikern Bühnenshows zu basteln, eine Etage tiefer um. Gesungen werden auch die Geschichten von Fela Kuti in New York und London, von Peaches und von Udo Lindenberg in Berlin. Von Tobi Müller

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Warum kann man sich kein Musical vorstellen, das von Phil Collins handelt? Oder von Paul Mc­Cartney nach den Beatles? Von Nena gar? Das sind Fragen, die man sich auch noch stellen kann, wenn man drei Musiker-Musicals in loser Folge schaut, die im ersten Moment wenig eint. Außer der Tatsache, dass es nun auffallend viele Produktionen gibt, die Musikerbiografien singen, tanzen und manch­mal auch etwas sprechen. Weiter erstaunlich: Die Kritik, die bislang das Wort Musical meistens als Menetekel des Niedergangs begriffen hat, zweifelt diesen Boom nicht mehr grundsätzlich an. Im Gegenteil.

«Fela!» stiftete die Schauspielkritiker zuerst in New York, dann in London zu betont lockeren Betrachtungen an. Die vor allem getanzte Geschichte über den 1997 verstorbenen Afrobeat-Erfinder Fela Kuti ließ die Stifte geradezu wackeln. Bei der Kanadierin Peaches, der Geschlechterbeauftragten der elektronischen Musik, hörte man nach «Peaches does Herself» zwar auch Misstöne im Expertenchor. Dafür sang für einmal selbst die «Bild»-Zeitung mit, die den kurzen Weg vom Springer-Haus zum Hebbel am Ufer in Berlin sonst eher meidet. Wo Peaches seit zehn Jahren das Projekt Post-Pornografie durch den ...

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Theater heute Mai 2011
Rubrik: Musicals, Seite 44
von Tobi Müller

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