Our house is on fire!
Der menschengemachte Klimawandel ist die alles überwölbende Herausforderung der Gegenwart. Die immer dichter getakteten Nachrichten vom tauenden Permafrost, von Waldbränden, Artensterben und Korallenbleiche, von Dürren, Überschwemmungen und Tropenstürmen bestätigen die Prognosen der Wissenschaft, übertreffen sie in ihrer Geschwindigkeit sogar (dass wir hierzulande bislang mit verdörrten Bäumen und Temperaturrekorden davonkommen: pures geografisches Glück). Sieben Millionen Menschen weltweit sind bereits jetzt aufgrund des Klimawandels auf der Flucht – zweifellos erst der Anfang.
Dabei werden oft gerade jene Regionen unbewohnbar, deren Bewohner*innen den geringsten Anteil an den Treibhausgasemissionen haben. Sie lassen uns ahnen, welche Auswirkungen Massenmigration und die damit verbundene Klima-Ungerechtigkeit auf die bislang halbwegs stabil wirkenden Politik- und Wirtschaftssysteme der Hauptverursacher von Treibhausgasemissionen haben könnten – und auf die Spezies Mensch, die sich kaum vorstellen will, vielleicht nur eine Episode gewesen zu sein.
Während dank Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen, Journalist*innen und Organisationen wie Fridays for Future oder Extinction ...
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Theater heute Oktober 2019
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Eva Behrendt
Agathe zuckt schon ein wenig. Lasziv liegt die 16 Meter große schwarze Frau im gelben Kleid am Aasee in Münster und wartet, dass sie fertig aufgepumpt ist. Seufzend wälzt sie der Wind zur Seite. Gleich wird eine Sängerin ihr eine Stimme geben, dann ist die Erweckung von «Punch Agathe Münster Mash» für heute vollendet. Seit Jahren zieht die Stuttgarter Künstlerin...
Dieses Ende droht uns allen: Pflegestation, Zweibettzimmer. Michael Gerber (Lear) und Markwart Müller-Elmau (Gloster), die beiden an ihrem diktatorischen Starrsinn gescheiterten alten Männer, liegen stumm und apathisch im Nachthemd in ihren vollautomatischen Pflegebetten und machen gleichgültig demente Miene zu allem, was um sie herum geschieht. Offenbar...
«Ich habe dieses Buch schneller als irgendein anderes geschrieben: & es ist ein einziger Witz; & doch heiter & schnell lesbar, glaube ich; Ferien eines Schriftstellers», schrieb Virginia Woolf im März 1928 in ihr Tagebuch, kurz nachdem sie «Orlando» beendet hatte. Ein einziger Witz – diese Formulierung könnte auch Katie Mitchell in ihrer Inszenierung an der...
