Ort der Potenziale

Halle hat mit dem WUK seine erste feste Spielstätte für die Freie Szene

Es ist nur einen Steinwurf von Halles Stadtzentrum entfernt und doch gleich eine andere Welt. Das ehemalige Kurt-Wabbel-Kulturhaus aus den 1950er Jahren liegt auf einer Insel mitten in der Saale neben dem alten Gasometer, das aktuell zum neuen Planetarium umgebaut wird. Dies ist der Standort des WUK Theater Quartiers, der ersten festen Spielstätte für freies Theater in Halle. Dumm nur, dass die Städtische Bühne die Marke Kulturinsel schon aufgebaut hat, denn auf diesen Flecken hätte er gepasst.

Ein «Ort der Potenziale», so sehen es die beiden Leiter des Hauses, Thomas Wolter (Künstlerische Leitung) und Nicole Tröger (Produktionsleitung). Die Stadt hat mit dem Trägerverein einen 50 Jahre laufenden Erbbaupachtvertrag abgeschlossen, außerdem steht eine einjährige Projektförderung von 72.000 Euro, die als Grundstock für die Akquise weiterer Projektmittel gedacht ist und die von WUK-Seite gerne in eine institutionelle Förderung überführt werden darf. Die Ansiedlung der Geschäftsstelle des Netzwerk freier Theater dürfte zur Entwicklung des Standorts beitragen. Sie wird demnächst eigene Räume in holzgetäfeltem Politbüro-Schick beziehen.

Wolter und Tröger sind beide gut vernetzt in der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Mai 2021
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Torben Ibs

Weitere Beiträge
Der Eiserne Vorhang des Epischen

Die Kinderliteratur unserer Tage steckt voller unvergesslicher Figuren: Grüffelo etwa, ein klobiges, warzennasiges Monster, das sich von einer winzigen Maus düpieren lässt. Oder die Olchies, diese fröhlichen Anbeter des Schmutzes und Verächter des Wassers, die auf ihrer Müllkippe einem Leben in Ekel frönen. Oder die dichtenden und abenteuernden Ratten Eliot und...

Spielerisch durch Wände gehen

Eine minimale Bewegung öffnet einen maximalen Spielraum. Doch manchmal braucht es dafür eine Schule des Schauens. Auf die feine Geste gelenkt, weitet sich der Blick, macht die Schranken im Kopf durchlässig und entlarvt so das ständige Messen an Normen als unproduktives Scheingefecht. Was für eine Befreiung! Allein die subtil vermittelte Erkenntnis, dass subjektives...

Im Schwarzen Land

Anna Gmeyner wurde am 16. März 1902 in ein großbürgerlich-liberales Elternhaus in Wien geboren. Der Vater war Anwalt, die drei Töchter – Anna war die Älteste – wuchsen in einer geistig anregenden Atmosphäre auf. Die Beziehung zu ihrem Vater, sollte die Autorin später feststellen, ist die fundamentalste in ihrem Leben. In einem offenbar autobiografischen Text, der...