Notizen

Historische Pointe

Um die Uraufführung von Elfriede Jelineks neuem Stück «Ulrike Maria Stuart», die das Thalia Theater am 28. Oktober plant, ist ein Streit mit Bettina Röhl entbrannt. Die Tochter von Ulrike Meinhof sieht ihre und ihrer Mutter Persönlichkeitsrechte verletzt. «Was Jelinek über Mutter Meinhof liefert, ist historisch, faktisch, wenn ich es so positiv als möglich ausdrücken darf, ein einziger Schmarrn.

Meinhof wird irgendwie allgemein als so etwas wie Volkseigentum angesehen und diejenigen, die mit Meinhof zu tun hatten oder zu ihrer Familie gehörten, je nach Bedarf gleich mit», sagte sie dem «Hamburger Abendblatt». Damit steht Meinhofs grundgesetzlich geschütztes Persönlichkeitsrecht gegen «Volkseigentum». Was hätte wohl die verstorbene RAF-Terroristin dazu gesagt? Ulrich Khuon, Intendant des Thalia Theater, hat ein klärendes Gespräch angeboten.

 

Faust

Es gibt einen weiteren Theaterpreis! Der Deutsche Bühnenverein hat zusammen mit der Kulturstiftung der Länder und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste seinen alten Plan verwirklicht, dem Oscar etwas Gleichwertiges entgegenzusetzen. Keine unabhängige Kritikerjury soll ihn vergeben, Vorschlagsrecht haben die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Oktober 2006
Rubrik: Magazin, Seite 69
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Schwarz auf Schwarz

Schwarz auf Weiß, das kennen wir, das kann man getrost nach Hause tragen. Doch Schwarz auf Schwarz, da kann man nichts erkennen. Auf den schwarzen Eisernen Vorhang schreibt eine schwarz gekleidete Figur etwas in großen schwarzen Buchstaben. Nur als feuchtes Glitzern liest man den Satz: «Ich bin nicht, der ich bin.» Jago ist es, der diesen Selbstverneinungsspruch an...

Man sieht alles!

Es wundert einen, dass die Leute immer noch ins Theater gehen, nach allem, was sie in der Schule durchgemacht haben.

Orson Welles

 

Finde ich mich in einem Theaterfoyer umringt von Menschen, die meine Kinder sein könnten, es gottlob nicht sind – hätte mein Kind auch so eine Plastikumhängetasche und würde sich unique fühlen? –, dann läuft etwas falsch. Ein Theater,...

Die Kamera lief mit

Wohnzimmertheater eigentlich, abgefilmt und geschnitten. Eine Bühnenvariante gibt es im Hamburger Thalia Theater ja tatsächlich. Aber das Schöne am «Swinger Club»-Film von Jan Georg Schütte ist, dass man als Zuschauende einerseits nicht nur mit am Tisch, sondern den Schauspielern geradezu auf dem Schoß sitzt, andererseits immer wieder eine rhythmisierte Draufsicht...