From outer space

Noah Haidle «Das beste aller möglichen Leben» (U) am Schauspiel Essen

Naomi und East haben schon länger über Nachwuchs nachgedacht. Doch der Säugling, der vor ihrer Tür abgestellt wurde, ist eine ziemliche Her­ausforderung. Noch keine Stunde alt, bittet er seine Wahleltern, ihn Christopher zu nennen, Augenblicke später befindet er sich mit unbändigem Wissensdurst in der Pubertät, schreibt Gedichte und löst mathematische Gleichungen. Nach kurzem Hochgefühl («Ach, ich bin so voller Dankbarkeit und Glück») erkennt er jedoch, «dass das Leben aus Enttäuschungen besteht [...

] man kann nur hier und da auf eine Stunde hoffen, die einen vergessen lässt, dass kein Sinn darin liegt». Denn Naomi und East streiten ständig – sie ist tablettenabhängig, er alkoholkrank – und sind im Trott ihrer alltäglichen Verrichtungen gefangen. Vom schöngeistigen Jugendlichen mutiert er zum monströsen Erwachsenen, schreit nach Heroin und vergewaltigt seine Eltern. Nach einer Überdosis ist er jedoch geläutert und stirbt nach knapp zwei Lebensstunden als Gott preisender alter Mann.

«The light gleams an instant, then it’s night once more» – Christophers Turboleben setzt Becketts auf den Punkt gebrachtes Menschheitsdilemma aus «Warten auf Godot» gnadenlos um. Schnell, flüssig und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2015
Rubrik: Chronik, Seite 66
von Natalie Bloch