Stefan Kaegi: Mein HAU

Es gibt Theaterhäuser, da weiß man vorher, wie der Abend aussehen wird: Bühnenbild, Kostüme, geschminkte Schauspieler sprechen Texte von lebenden oder toten Autoren. Dazu mehr oder weniger Musik, bunteres oder schlichteres Licht. Gerne auch mal Videoprojektionen in verschiedenen Formaten. Am Schluss wird geklatscht, und danach wird der Abend 10- bis 30-mal wiederholt.

In vielen Städten des deutschsprachigen Raumes steht mindestens eins dieser Häuser. Sie bekommen den Löwenanteil der Theatersubventionen.

Darin sitzen oft kluge Dramaturgen, die gerne international ko­pro­duzieren, Bürger ihrer Stadt auf die Bühne einladen oder mit der Freien Szene kooperieren würden – das aber nur kön­nen, wenn die Kulturstiftung des Bundes Sondertöpfe dafür erfindet. Sonst kümmern sie sich ums Kerngeschäft: Ensemble und Publikum bei Laune halten. Betriebsbüro und Kunsthandwerksabteilungen nicht überfordern. Neue Formate schaffen nur Verwirrung.

Und dann gibt es das HAU. Hier hat Matthias Lilienthal den Traum eines zeitgenössischen Theaters erfunden. Hier können Aufführungen sechs Stunden dauern, kein Bühnenbild haben, in Autos, Gerichtsgebäuden oder Wohnwagen spielen. Hier kann auch mal ein ganzes ...

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Theater heute April 2012
Rubrik: Neun Jahre HAU, Seite 28
von Stefan Kaegi