Neue Stücke

Uraufführungen im Januar: Von uniformierten Revolutionären bis zu ungesicherten Arbeits- und Beziehungsverhältnissen.

Die heimliche Uraufführung war schon bei «Harald Schmidt»: Der Latenight-Talker und Operetten-Zar stellte sich der Schau­spielerin, Autorin und Performancekünstlerin Anne Tismer zur zweitbesten Sendezeit zur Verfügung, um mit ihr gemeinsam einen zehnminütigen Probelauf von «Hitlerine» in selbstgebastelten Jeeps und Ameisenkos­tümen zu performen. Das komplette Werk inszeniert jetzt Alexis Bug in der Berliner Volksbühne – allerdings ohne Schmidt.



Ebendort klaut René Pollesch seinen schönen Stücktitel «Ich schau dir in die Augen, gesellschaftlicher Verblendungszusammenhang» bei einem im Ventil Verlag erschienenen Reader «zur Subjektkonstitution und Ideologieproduktion» von 2001. Auch an der Schaubühne kommen Theoriefreundinnen auf ihre Kosten: Lore Stefanek und Juliane Gruner spielen «Das darf man nicht sagen» von der Feminismus-Ikone Hélène Cixous.

Thomas Freyer hat für das Berliner Gorki Theater ein neues Stück über das Leben in ungesicherten Arbeits- und Beziehungs­verhältnissen geschrieben, «Im Rücken die Stadt» (R: Nora Schlocker), und auch «Das blaue, blaue Meer» von Nis-Momme Stockmann spielt in einer Gegend, in der die Menschen «keine Arbeit, wenig Ausbildung, und noch weniger ...

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Theater heute Januar 2010
Rubrik: Service, Seite 56
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