Mütterchen Mord

Alexander Granachs Briefe an Lotte Lieven

Es ist eine wunderbare Ergänzung zu Alexander Granachs zu Herzen gehender, mit nichts beschönigender, unsentimentaler Verve erzählten Autobiografie «Da geht ein Mensch»: der Band mit Briefen, die Granach von 1934 bis 1945 aus Polen, der Ukraine, der Sowjetunion und den USA an seine in der Schweiz gebliebene langjährige Gefährtin und Geliebte Lotte Lieven geschrieben hat.



Granach, den die Liebhaber der Filme Ernst Lubitschs als rus­sischen Agenten Kopalski an der Seite von Greta Garbo in «Ninotschka» in bester Erinnerung haben dürften, wurde 1890 in Werbiwizi geboren, einem heute in der Ukraine liegenden ostgalizischen Stetl. Er war einer der großen, vom Expressionismus geprägten deutschen Schauspieler jüdischer Herkunft, bei Max Reinhardt ausgebildet. In München bei Hermine Körner wurde er zum Protagonisten, in Berlin am Staatstheater und bei Piscator reüssierte er, von 1920 an wirkte er in vielen Filmen mit. Ende 1933 emigrierte er nach Warschau und spielte dort, immer noch fließend Polnisch und Jiddisch sprechend, die Titelrolle in Friedrich Wolfs Tragödie «Professor Mamlock». Nach zwei Filmen in der Sowjetunion wechselte Granach 1935 an das Jüdische Staatstheater Kiew.

Im ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2009
Rubrik: Buch, Seite 60
von Klaus Völker

Vergriffen
Weitere Beiträge
Maos Alzheimer

frage: was wird man schon bei einem fünf-minütigen besuch in peking sehen? antwort: zunächst einmal zahlen. ja, jede menge zahlen haben sich schon vor der ankunft vorgedrängt und verstellen einem bei der ankunft die sicht auf die stadt. und es sind nicht etwa mickrige europäische zahlen, nein, hier hat man es immer mit millionen und hunderten millionen, mit...

Der Punkt auf dem Ei

Im ersten Morgen in Peking steht auf Seite eins der englischsprachigen Zeitung «China Today», dass die Volksrepublik in fünf Jahren die USA auf Platz eins der Wirtschaftsmächte ablösen wird. Möglicherweise, erwägt der Kommentator lässig, auch schon zwei oder drei Jahre früher. Selbstbewusste Einschätzung, sportliche Ansagen: So habe ich mir das neue China...

Premieren im Dezember

Aachen, Theater
Kasse: 0241/47 84 244
    18.    Bernhard, «Die Macht der Gewohnheit», R. Jenny Nörbeck

Aalen, Theater der Stadt
Kasse: 07361/522 600
    19.    Orton, «Beute», R. Jürgen Bosse

Altenburg/Gera, TPT
Kasse Altenburg: 03447/585 161
Kasse Gera: 0365/827 91 05
    5.    Neumann, «Herzschritt», R. Amina Gusner (in Altenburg)
    6.    nach Preußler, «Der Räuber...